Ständeratswahlen 2019

Kanton Glarus: Grüner Mathias Zopfi verdrängt Werner Hösli (SVP) aus dem Ständerat

Der 35-jährige Anwalt Mathias Zopfi schaffte im Kanton Glarus die Sensation und holt für die Grünen auf Kosten der SVP einen Sitz im Ständerat.

Der 35-jährige Anwalt Mathias Zopfi schaffte im Kanton Glarus die Sensation und holt für die Grünen auf Kosten der SVP einen Sitz im Ständerat.

Im Glarus enden die Ständeratswahlen mit einer Überraschung: Der Grüne Mathias Zopfi hat den Bisherigen Werner Hösli (SVP) aus der kleinen Kammer verdrängt. Auch in der Westschweiz liegen grüne Kandidaten vorne.

Damit könnten sich die Grünen von heute einem Sitz aus dem Kanton Genf auf drei Mandate im Ständerat steigern. Die SVP verliert ausgerechnet in einem traditionell bürgerlich wählenden Kanton einen ihrer derzeit fünf Sitze in der kleinen Kammer. In der Waadt liegt nach bisherigem Stand der Auszählung Olivier Français (FDP) hinter dem rot-grünen Kandidatenduo.

Der 35-jährige neue Glarner Ständerat Zopfi gilt als gemässigt. Er präsidierte als erster Grüner das Glarner Kantonsparlament und ist seit vier Jahren Vizepräsident der Gemeinde Glarus Süd. Hösli, Ständerat seit 2014, erzielte 5432 Stimmen und damit 252 weniger als Zopfi mit 5684 Stimmen. Der Freisinnige Thomas Hefti schaffte die Wiederwahl.

Junge grüne Vertretung

Für die Grünen zeichnet sich eine junge Vertretung im Ständerat ab. Denn auch in Genf liegt das grüne-rote Kandidatenduo mit der 30-jährigen Lisa Mazzone (Grüne) und Carlo Sommaruga (SP) vorn. Bleibt es dabei, könnten die Genfer Grünen den Sitz des zurückgetretenen Robert Cramer halten.

Links-Grün liegt zudem in der Waadt nach Auszählung von zehn Prozent der Stimmen vorne. Die Grüne Adèle Thorens Goumaz liegt vor Ada Marra (SP). Wenig dahinter folgt der Bisherige Olivier Français von der FDP. Die Bisherige Géraldine Savary (SP) trat nicht zur Wiederwahl an.

Das Nachsehen haben die Grünen voraussichtlich in Basel-Landschaft. FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger lag nach Auszählung von 21 der 86 Gemeinden klar in Führung vor Nationalrätin Maya Graf (Grüne). Ein zweiter Wahlgang gilt indes als wahrscheinlich, da sich insgesamt vier Kandidaten für den einzigen Sitz bewerben.

In Zürich ist Ständerat Daniel Jositsch (SP) so gut wie bestätigt. Die zweite Hochrechnung sagt ihm als einzigen Kandidaten ein Resultat weit über dem absoluten Mehr voraus. Voraussichtlich in den zweiten Wahlgang muss der bisherige Ständerat Ruedi Noser (FDP). Auf dem dritten Platz liegt Roger Köppel (SVP).

Zweiter Wahlgang im Aargau

Schlechter laufen die Ständeratswahlen gemäss Trendrechnung im Kanton Aargau für die SP, die nach einem Rücktritt ihren Sitz verteidigen muss. Vor dem zweiten Wahlgang führen Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) das Feld an. Cédric Wermuth (SP) liegt mit deutlichem Abstand auf Platz drei.

In St. Gallen liegen nach der Auszählung von 62 der insgesamt 77 Gemeinden die beiden bisherigen Ständeräte Benedikt Würth (CVP) und Paul Rechsteiner (SP) deutlich vorn. Der FDP dürfte es damit nicht gelingen, den nach der Wahl von Karin Keller-Sutter in den Bundesrat verlorenen St. Galler Ständeratssitz zurückzuholen.

Faktisch bereits gewählt war nach Auszählung der brieflichen Stimmen Eva Herzog (SP) in Basel-Stadt. Entsprechend freute sie sich bereits Anfang Nachmittag über ihr "glänzendes Resultat". Das Nachsehen hat die bürgerliche Gegenkandidatin Patricia von Falkenstein von der LDP.

Im Kanton Uri hat die CVP ihren frei gewordenen Sitz verteidigt: Die vor einem Jahr als Bundesratskandidatin bekannt gewordene Heidi Z'graggen sicherte sich den Sitz des zurückgetretenen Isidor Baumann. Die Wiederwahl geschafft hat Josef Dittli (FDP).

Bündner Duo wiedergewählt

Die Bündner Ständeräte Stefan Engler (CVP) und Martin Schmid (FDP) wurden klar wiedergewählt. Die ehemaligen Regierungsräte vertreten die Interessen des Gebirgskantons in Bern seit acht Jahren. Herausforderer Jon Pult (SP) verpasste das absolute Mehr deutlich, und SVP-Kandidatin Valérie Favre Accola war chancenlos.

Der Kanton Schaffhausen behält seine beiden Ständevertreter. Hannes Germann (SVP) und der in der SVP-Fraktion politisierende Thomas Minder (parteilos) wurden mit klaren Mehrheiten wiedergewählt. Germann kann seine fünfte Amtszeit antreten, der mit der Abzocker-Initiative bekannt gewordene Minder seine dritte.

Seinen Sitz problemlos verteidigt hat auch der Ausserrhoder Andrea Caroni (FDP). Seine Wiederwahl war bei allen Parteien unbestritten. Der wilde Gegenkandidat Reto Sonderegger (SVP) hatte keine Chance.

Drei Ständeräte hatten ihre Sitze schon vor dem Wahlwochenende auf sicher: Der im Frühjahr an der Innerrhoder Landsgemeinde gewählt Daniel Fässler (CVP) sowie die in stiller Wahl bestätigten Hans Wicki (FDP/NW) und Erich Ettlin (CVP/OW).

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