Baudirektor Markus Kägi ist sehr angetan vom Bund, der dieses Jahr 100 Millionen Franken als Anreiz für Gebäudesanierungen zur Verfügung stellt. 12,5 Millionen Franken will der Kanton Zürich davon abholen, denselben Betrag wendet der Kanton auf, und so stehen dieses Jahr 25 Millionen Franken bereit. Das ist bis zu zehnmal soviel wie in den letzten Jahren, als es nur mit Mühe gelang, genügend Bauherren zu finden, welche dank Mithilfe des Kantons ihre Gebäude energetisch sanieren liessen.

Hoffnung auf Überhäufung

Jetzt aber soll alles anders werden. Die Anreize sollten nun so attraktiv sein, dass Kägi zusammen mit Hansruedi Kunz, Abteilungsleiter im Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel), darauf hofft, von Anträgen überhäuft zu werden.

«Noch nie war der Zeitpunkt so günstig, um Energiesparmassnahmen an die Hand zu nehmen», betonte Kunz. Die Beiträge werden dieses Jahr um bis zu 50 Prozent höher sein als bisher, und ganz neu gibt es auch, wie Kägi das nannte, eine «Verschrottungsprämie» für Altbauten: Wenn alte Häuser, die so schlecht gebaut sind, dass sich eine energetische Sanierung nicht lohnt, abgebrochen und an ihrer Stelle Häuser mit Minergie-P-Standard erstellt werden, gibt es von Bund und Kanton einen substanziellen Beitrag.

Beitragsberechtigt sind Liegenschaftenbesitzer, die noch dieses Jahr Gesuche einreichen für die energetische Sanierung der Gebäude; zum Teil gibt es dafür Beiträge der Stiftung Klimarappen. Beiträge erhält auch, wer in die Haustechnik investiert und sein Haus zum Beispiel an ein Wärmenetz anschliesst oder Sonnenkollektoren aufs Dach montiert. Ebenfalls Geld erhält, wer die nötigen Installationen für eine verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung vornimmt. Hausbesitzer haben dann zwei Jahre Zeit, die Pläne zu realisieren.

Die Fördermassnahmen inklusive Spezialaktion 2009 dienen einerseits dazu, dass der Ausstoss an Kohlendioxid gesenkt werden kann, anderseits ist damit auch ein Konjunkturförderprogramm verbunden.

Einfache Abwicklung

Wie Kägi betonte, hat man darauf geachtet, dass man sich nicht durchs Behördendickicht durchkämpfen muss, wenn man vom Förderprogramm Gebrauch machen will. Es gibt einen Ansprechpartner und ein Formular, das man ausfüllen muss. Den allenfalls nötigen Gang zur Gemeinde, wenn ein Baugesuch eingereicht werden muss, kann Kägi den Bauherren freilich nicht ersparen.

Immerhin ist vorgesehen, dass das Awel ein Merkblatt ausarbeitet, damit man «keinen Bock schiesst», wie Kunz meinte, denn es sei auch für Baufachleute mitunter nicht einfach, genau so vorzugehen, wie das aufgrund bestehender Vorschriften und Reglemente nötig sei. Nachbarschaftsrechte oder Denkmalschutzanliegen müssen auf jeden Fall gewahrt werden.

Zustimmung – und zusätzliche Wünsche

Die Ankündigung des Regierungsrats ist rundum gut aufgenommen worden. «Das Programm lässt keine Wünsche offen», stellen die Grünen fest. Die SP glaubt, dass dank solchen Massnahmen die Forderung nach neuen Kernkraftwerken überflüssig wird. Die FDP fordert den Abbau von bürokratischen Hemmnissen, und der kantonale Gewerkschaftsbund findet, der Kanton müsste auch ein Energiesparprogramm für seine eigenen Liegenschaften ausarbeiten.

Für Informationen: www.energie.zh.ch/subvention