Bern

Kanton Bern testet Software zum Nachweis der Lohngleichheit

Unternehmen, die sich beim Kanton Bern um einen Auftrag bewerben, müssen künftig nachweisen, dass sie Frauen und Männer für gleichwertige Arbeit gleich entlöhnen. Bern testet dafür als erster Kanton in einem breit angelegten Versuch eine Software.

Mit dem vom Eidg. Gleichstellungsbüro entwickelten Programm "Lohngleichheitsinstrument Bund" (Logib) können Unternehmen ihre Lohnstruktur selber analysieren. Die Software unterscheidet zwischen erklärbaren und diskriminierenden Lohnunterschieden, wie es an einer Medienkonferenz des Kantons Bern hiess.

Ab Januar 2010 müssen Unternehmer das Logib-Ergebnis jeder Offerte, die sie an die Bau-, Verkehrs-, und Energiedirektion (BVE) richten, beilegen. Firmen, die den Verfassungsauftrag der Lohngleichheit nicht erfüllen, werden während der Pilotphase des Projekts beraten, aber noch nicht vom Beschaffungswesen ausgeschlossen.

Sofern sich die Software als tauglich herausstellt, erhalten fehlbare Unternehmen nach Abschluss des Pilotprojekts 2013 keine Aufträge der BVE mehr. Die Erfahrungen sollen auch an andere Ämter und Kantone weitergegeben werden.

Bereits heute müssen die Unternehmen, die einen Auftrag des Kantons Bern erhalten wollen, bestätigen, dass sie die Lohngleichheit erfüllen. Dies beruht allerdings auf Selbstdeklaration ohne Nachweis.

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