Nur mit diesem Vieraugenprinzip erhalte die Bevölkerung die Gewissheit, dass das AKW nach diesen Arbeiten wiederum sämtliche Sicherheitsanforderungen erfülle, schreibt die rot-grün dominierte Berner Kantonsregierung in einem Brief an das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) vom Dienstag.

Die Nuklearsicherheitsbehörde solle deshalb neben den eigenen Prüfarbeiten unverzüglich eine separate Abnahme durch unabhängige Experten, allenfalls sogar aus dem Ausland, anordnen.

Ensi weist Forderung zurück

Das ENSI wies die Forderung des Regierungsrats des Kantons Bern nach einer weiteren Überprüfung zurück. Das ENSI wache als unabhängige Aufsichtsbehörde des Bundes darüber, dass die Betreiberin BKW FMB Energie AG ihre Verantwortung für den sicheren Betrieb des KKW Mühleberg wahrnehme.

Damit sei das «Vieraugenprinzip» erfüllt. Für das ENSI sei es «selbstverständliche Praxis, regelmässig die Meinung von in- und ausländischen Experten einzuholen».

Der Regierungsrat bat auch Bundesrätin Doris Leuthard um Unterstützung des Anliegens. Die Betreiberin des Atomkraftwerks, die BKW Energie AG, trägt die Idee nach Angaben der Berner Kantonsregierung im Grundsatz mit.

Ende September wieder am Netz

Ende Juni nahm die BKW das Werk Mühleberg vom Netz, für jährliche Revisions- und für Nachrüstungsarbeiten am Notsystem. Experten hatten gewarnt, dass bei einem extremen Hochwasser die Versorgung mit Kühlwasser in Frage gestellt sein könnte.

Derzeit wird das Einlaufbauwerk des Notsystems mit drei zusätzlichen Ansaugstutzen ergänzt. Die BKW will nach eigenen Angaben das AKW spätestens Ende September wieder hochfahren.

Im Rahmen eines längerfristigen Nachrüstungskonzepts ist der Bau eines Kompaktkühlers geplant. Er soll die Notkühlung mit Luft sichern.