Kanton Bern

2008 war für die Gebäudeversicherung Bern (GVB) ein schadenmässig glänzendes Jahr. «Katastrophal» war hingegen der Verlust von 68,5 Millionen Franken auf den Kapitalanlagen. Prämienerhöhungen schliessen die GVB-Verantwortlichen nicht aus.

«Die sehr geringen Schäden sind ein Glück für die Hausbesitzer und die GVB», sagte Ueli Winzenried, Vorsitzender der GVB-Geschäftsleitung, bei der Präsentation des 17,2-Millionen-Franken-Verlustes im Geschäftsjahr 2008. Schuld daran sei der «Finanz-Tsunami ». Laut Winzenried verlor die GVB auf den Kapitalanlagen 68,5 Million Franken.

Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte bei den Kapitalanlagen ein Plus von 35 Millionen herausgeschaut, 2005 spülten sie sogar 74 Millionen in die GVB-Kasse. Dass mit den Erträgen aus den Kapitalanlagen das Prämienkonto quersubventioniert wird, dürfte mit dem vergangenen Jahr vorbei sein, sagte Winzenried. Statt nun einfach die Prämien zu erhöhen, versuche die GVB jedoch auch, neue Geschäftsfelder zu entwickeln.

Höhere Reserven nötig

Die 39,2 Millionen Franken Feuerschäden und die 10,4 Millionen Franken Elementarschäden lägen weit unter dem langjährigen Durchschnitt. Anders als 2007 (262 Millionen Franken Gesamtschaden), 2005 (389) und 1999 (365) hätten letztes Jahr die Prämieneinnahmen von 204 Millionen Franken problemlos zur Schadensdeckung ausgereicht.

Eine der strategischen Herausforderungen beträfen die im Verhältnis zu den stark steigenden Risiken vorhandenen Reserven. Winzenried: «Unsere 790 Millionen Franken an Reserven müssen wir neuen versicherungstechnischen Mega-Risiken wie dem neuen Wankdorf Center oder dem Erlebniscenter Westside gegenüberstellen.»

Zudem seien die Rückversicherungskapazitäten begrenzt und würden massiv teurer. «In den vergangenen sechs Jahren haben sich für uns die Rückversicherungsprämien verdreifacht. Davon haben wir nichts an die Kunden weitergegeben.» Bezüglich der Elementarschäden sei 2008 zwar ein Ausnahmejahr gewesen, die GVB müsse in diesem Bereich – wie in den vergangenen Jahrzehnten – trotzdem mit überproportional steigenden Schäden rechnen.

Geld aus Präventionsstiftung

Neben Prämienanpassungen würden auch alternative Modelle geprüft, etwa mit einem Selbstbehalt. Grosse Beachtung fänden weiterhin Prävention und Eigenverantwortung der Versicherten. Aus der seit drei Jahren bestehenden Stiftung zur Prävention von Gebäudeschäden seien bisher an 1200 Bauvorhaben 2 Millionen Franken ausgeschüttet worden. Winzenried: «Damit wurden insgesamt Investitionen von 15 Millionen ausgelöst.» (mz/uz/ufl)

Meistgesehen

Artboard 1