Gemeindeversammlung
Kann Gemeinde Bauland anbieten?

Am 8. Juni kommt ein Kredit von 1,15 Millionen Franken vor Gemeindeversammlung Niederönz

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Bauland

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Keystone

Irmgard Bayard

Dem Niederönzer Gemeinderat wurde von einer Erbengemeinschaft ein 11 868 Quadratmeter grosses Grundstück an der Industriestrasse zum Kauf angeboten. Die Parzelle hinter dem Grundstück der Inlandwollzentrale liegt in der Industrie- und Gewerbezone. Mit den Erben wurde ein Kaufpreis von 800 000 Franken vereinbart. Für die Erschliessung rechnet der Gemeinderat mit 320 000 Franken, für Verschreibungskosten mit 5000 Franken und für unvorhergesehene Aufwendungen mit 25 000 Franken. Der Kredit von 1,15 Millionen Franken kommt am 8.Juni vor die Gemeindeversammlung.

«Einen Interessenten gibts bereits», sagt Gemeindepräsident Urs Gerber (parteilos) auf Anfrage. Um wen es sich handelt, will er noch nicht sagen. «Uns ist es einfach wichtig, dass wir interessierten Betrieben kurzfristig erschlossenes Bauland zur Verfügung stellen können», begründet er den Landkauf. Es sei sich der aktuell schwierigen Wirtschaftssituation bewusst, so Gerber. Er glaubt, «dass es noch Firmen gibt, welche die Gunst der Zeit nutzen und investieren wollen.»

Zudem denke der Gemeinderat mittelfristig, «auf fünf Jahre hinaus». Deshalb habe man bei der Erbengemeinschaft Interesse am Erwerb signalisiert und ein Vorprojekt mit Kostenschätzung für den Bau der Detailerschliessungsanlagen in Auftrag gegeben. Dieses Vorprojekt umfasst eine Ringstrasse von und zur Industriestrasse. Dabei seien die gemeindeeigenen Strassenstücke selbstverständlich berücksichtigt worden.

Gemäss Gerber ist vorgesehen, das Bauland in fünf Parzellen zu jeweils rund 2000 Quadratmetern zu unterteilen. Mit einem minimalen Verkaufspreis von 110 Franken pro Quadratmeter sollten die angenommenen Gestehungskosten gedeckt sein. «Wir hoffen, so innovative Betriebe anzusiedeln, die Arbeitsplätze schaffen und schliesslich Steuereinnahmen generieren», sagt Gerber. Dass der Kredit abgelehnt werden könnte, glaubt Gerber nicht. «Wir müssen dafür kein Geld aufnehmen, können den Kauf aus dem Eigenkapital finanzieren», begründet Gerber sein gutes Gefühl vor der Versammlung.

Neben der Umwandlung des Sekundarschulverbandes Herzogenbuchsee in einen Oberstufenverband kann die Gemeindeversammlung über die Jahresrechnung 2008 mit einem Gewinn von rund 1,3 Millionen Franken abstimmen. Dies bei einem Aufwand von rund 5,68 Millionen Franken und Abschreibungen von rund 557 000 Franken. Das ist eine Besserstellung gegenüber dem Budget von gut 1,59 Millionen Franken.