Eigentlich weilt Kanadas Premierminister Stephen Harper wegen dem Frankophonie-Gipfel in der Schweiz. In Montreux tagt er mit anderen Vertretern französischer Länder, wie sie ihre Sprache in internationalen Organisationen wie der Uno verteidigen und erhalten können.

Doch die Reise zum Generalsekretariats der Internationalen Organisation für Frankophonie (OIF) ist nicht das einzige Traktandum Harpers.

Schwarzgeld in Genf gebunkert

Seit einigen Wochen steht er im eigenen Land unter Druck, endlich hart gegen Steuersünder vorzugehen. So wurde Ende September bekannt, dass über 1700 Kanadier bei der Bank HSBC in Genf Schwargeld bunkerten. Obwohl die kanadische Steuerbehörde «Canada Revenue Agency» schon lange davon wusste, blieb das Amt bisher weitgehend untätig. Etliche Politiker griffen daraufhin die Regierung Harpers an und forderten Massnahmen.

Bessere Kooperation gefordert

Daraufhin beschloss Harper, am Rande des Frankophonie-Gipfels beim Zusammentreffen mit Doris Leuthard die Steuergeschichte zur Sprache zu bringen. Offenbar wirkte die Ankündigung bereits: 19 Steuersünder hätten sich inzwischen bei der Steuerbehörde «Canada Revenue Agency» gemeldet und zusammen 1 Million Dollar deklariert. Harper kündigte an, er wolle Bundespräsidentin Leuthard zu einer besseren Kooperation der Schweiz in Steuerbetrugsfällen drängen.