Kampfjet

Kampfjet-Beschaffung kostet alles in allem 7 Millarden Franken

Die Gesamtkosten für den geplanten Kauf von 22 Kampfjets beläuft sich inklusive aller Unterhalts- und Infrastrukturkosten über die gesamte Einsatzzeit von rund 40 Jahren auf sieben Milliarden Franken. Das zeigen Berechnungen des VBS, wie Recherchen der Zeitung «Sonntag» ergeben haben.

VBS-Sprecher Jean-Blaise Defage wollte die Zahl nicht offiziell bestätigen: «Wir kommentieren zum jetzigen Zeitpunkt keine Zahlen.»

Bundesrat Maurer hatte von den Militärs verlangt, nicht nur die Beschaffungskosten der Jets zu berücksichtigen, sondern auch alle Kosten, die nach dem Kauf anfallen werden. Demnach rechnet das VBS über die budgetierten Anschaffungskosten von 2,2 Milliarden Franken hinaus mit Nachrüstungskosten von 500 Millionen alle zehn Jahre und mit jährlichen Infrastrukturkosten von 70 Millionen Franken.

Selbst wenn die Beschaffung auf eine Fliegerstaffel (11 Jets) zurückgestutzt würde, belaufen sich die Kosten immer noch auf fast 4 Milliarden. Bei Sicherheitspolitikern stossen die vom VBS errechneten Gesamtkosten auf unterschiedliche Reaktionen. «Die Zahlen liegen in einem Bereich, den wir in etwa erwarten mussten», sagt SVP-Ständerat Alex Kuprecht. «Die Anschaffungskosten mal den Faktor drei.» Als «etwas zu hoch» schätzt dagegen SVP-Nationalrat Thomas Hurter die Summen ein. «Wir müssen ehrlicherweise zugeben, dass der Kauf teurer kommt, als die reinen Anschaffungskosten ausweisen. Aber Infrastrukturkosten einzurechnen, ohne dabei auch die Abschreibungen zu berücksichtigen, ergibt ein verzerrtes Bild», so Hurter. Für den Militärpiloten ist unverständlich, dass inzwischen auch bürgerliche Politiker den Kampfjet-Kauf nicht mehr als sakrosankt erachten: «Es wäre möglich, in einer ersten Tranche nur elf, zwölf Jets zu beschaffen und später den Rest. Den Kauf verschieben oder gar ganz darauf verzichten kommt nicht infrage. Sonst können wir die Armee gleich ganz abschaffen.»

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