Mindestlöhne
Kampagnenstart für Mindestlöhne: Studie rechnet mit Mehrkosten von 1,6 Milliarden

Morgen Montag wird die Unia mit der Kampagne der Mindestlohninitiative starten. Die Gewerkschaft wird durch Schweizer Städte touren, um für ihr Motto «Starkes Land, faire Löhne» zu werben.

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Die Unia startet am Montag die Mindestlohn-Initiative

Die Unia startet am Montag die Mindestlohn-Initiative

Keystone

Trotz des Ja zur Masseneinwanderungsinitiative, das der Linken sozialpolitisch den Wind aus den Segeln nimmt, startet die Gewerkschaft Unia am Montag die Kampagne zur Einführung eines Mindestlohns, wie die Zeitung „Schweiz am Sonntag" schreibt.

Geplant ist in einer ersten Phase eine Plakatkampagne unter dem Motto «Starkes Land, faire Löhne».

Zudem will die Unia ab kommender Woche durch Schweizer Städte touren, um für ihre politische Forderung zu werben.

Der Start der Kampagne wird flankiert von einer Studie des Gewerkschafts-Ökonomen Beat Baumann, der bis 2013 als Professor für soziale Arbeit an der Hochschule Luzern tätig war und die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Mindestlohn-Initiative untersucht hat.

Mindestlohn von 22 Franken kostet Schweiz 1,6 Milliarden Franken

Demnach wären von einer Einführung eines Mindestlohns neun Prozent aller Arbeitsstellen betroffen. 2010 arbeiteten in der Schweiz laut Studie 329000 Menschen für einen Lohn unter 22 Franken pro Stunde.

Die durchschnittliche Differenz zur Mindestlohnschwelle beträgt 2.60 Franken pro Tieflohnjob und Stunde oder 460 Franken pro Monat.

Die Anhebung der Löhne auf mindestens 22 Franken hätte gesamtwirtschaftliche Kosten von rund 1,6 Milliarden Franken zur Folge.

Verteilt auf sechs Lohnrunden (2013 bis 2018) ergäbe sich daraus für Arbeitgeber eine zusätzliche finanzielle Belastung von jährlich 260 Millionen Franken.

Demgegenüber steht ein fiskalischer Effekt von 570 Millionen Franken, der sich aus Mehreinnahmen von 296 Millionen bei den Sozialbeiträgen, 173 Millionen Mehreinnahmen bei den Steuern und 100 Millionen Entlastung bei der Sozialhilfe zusammensetzt.

«Gesamtwirtschaftlich gesehen hat der Mindestlohn positive Auswirkungen, die steigende Kaufkraft noch nicht einmal eingerechnet», sagt Unia-Sprecher Pepo Hofstetter.