Für sie geht es letztlich um die Würde der Kreatur, wie Initiant und Bergbauer Armin Capaul vor den Medien in Bern erklärte. Sein Volksbegehren wolle jene Landwirte unterstützen, die Rinder und Ziegen noch mit ihren natürlich gewachsenen Hörnern halten.

Es gehe hingegen nicht um ein Verbot der Enthornung durch Ausbrennen bei Jungtieren. Den Weg einer Initiative habe er beschritten, weil Petitionen und andere Eingaben bei Bundesrat und Parlament wirkungslos geblieben seien, sagte Capaul.

Fast 90 Prozent der Kühe in der Schweiz sind heute bereits enthornt. Bei einem Teil von ihnen kam das durch die Zucht zustande. Bei der Mehrzahl hingegen und besonders bei Milchkühen wurden die Hörner in einem schmerzhaften Prozess entfernt.

Den Kälbern und Kitzen wird das Gehörn im Alter von etwa zwei Wochen mit einem auf 700 Grad erhitzten Eisen ausgebrannt. Einen Tag darauf zeigen die Tiere immer noch Schmerzsymptome trotz Betäubung und Schmerzmitteln. Die Initiative kommt am 25. November zur Abstimmung.

Sinnes- und Stoffwechselorgan

Das Horn sei ein Sinnes- und Stoffwechselorgan, betonen die Initianten. Es sei fast bis zur Spitze durchblutet und mit vielen feinen Nervenfasern durchzogen. Hörner dienten den Tieren zur äusseren und inneren Wahrnehmung und wirkten wie Antennen.

Aus der Ernährungswissenschaft sei ausserdem bekannt, dass die Milch von Hornkühen, die vor allem mit Gras und Heu gefüttert wurden, verträglicher und gesünder ist.

Die finanzielle Unterstützung wollen die Initianten abhängig machen von den Lebensbedingungen der Horntiere. Nur Bauern, welche die Tiere mindestens 26 Tage pro Sommermonat und 13 Tage in Wintermonaten in die freie Natur lassen, sollen etwas erhalten. Pro Kuh fordern die Initianten 190 Franken jährlich und pro Ziege 38 Franken. Dies würde das Land lediglich 15 Millionen pro Jahr kosten, argumentieren sie. Die Initiative kommt am 25. November zur Abstimmung.