Jugendliche
Juso fordern Streichung des Nachtzuschlags

Das Nachtangebot des Tarifverbunds Nordwestschweiz nutzen auch viele Fricktaler Jugendliche. Sie zahlen am Wochenende einen Nachtzuschlag von fünf Franken. Dagegen wehren sich nun auch die Jungsozialisten.

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Staarliner Nachtbus

Staarliner Nachtbus

Aargauer Zeitung

Von Ladina Kunz

Die Sektionen Aargau, Solothurn, Basel-land und Basel-Stadt der Jungsozialisten (Juso) starten eine Petition gegen den Nachtnetzzuschlag im Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW). In dessen Streckennetz befindet sich auch das Fricktal. In der Nacht von Freitag auf Samstag oder von Samstag auf Sonntag müssen Benutzer des TNW-Nachtnetzes einen Zuschlag von fünf Franken bezahlen. Die Parlamente der beiden Basler Halbkantone haben im letzten Jahr der Abschaffung dieses Zuschlages zugestimmt. Nun fordern die Juso die Kantone Aargau und Solothurn dazu auf, die Abschaffung des Zuschlages für Nachtschwärmer ebenfalls gutzuheissen. «Es ist wichtig, dass die Leute auch nachts das gute öV-Netz benutzen und nicht durch unnötige Nachtzuschläge davon abgehalten werden. Der Strassensicherheit ist somit auch gedient», sagt Sarah Wyss, Präsidentin der Juso Basel-Stadt.

Der Kanton Solothurn hat sich zu einem früheren Zeitpunkt bereit erklärt, die Abschaffung zu befürworten, falls dies die beiden Basler Halbkantone machen. Ob dieser Nachtzuschlag weiterhin existieren soll, liegt jetzt in den Händen des Kantons Aargau. Doch dieser hat sich erst im Sommer letzten Jahres entschlossen, die Abschaffung nicht gutzuheissen.

Der Fricktaler Grossrat Roland Agustoni hat bereits Mitte Januar ein Postulat eingereicht. Er sagt darin: «Das neue TNW-Nachtnetz wird rege benutzt. Was jedoch störend ist und auch im Fricktal immer wieder hinterfragt wird, sind die darauf erhobenen Zuschläge.» Agustoni fordert, dass sich der Aargau den Beschlüssen beider Basel anschliesst. «Es gibt keinen einzigen glaubwürdigen und rationalen Grund, weshalb ausgerechnet die Nutzer des Nachtnetzes als einzige Benutzende des gesamten öffentlichen Verkehrs einen Zuschlag bezahlen müssen.» Erschwert wird der Entscheid des Mittelland-Kantons dadurch, dass dieser auch beim Tarifverbund «A- Welle» mitmacht. Die Beteiligung an zwei Tarifverbünden stellt den Kanton vor ein Problem. Auch im Nachtnetz der «A-Welle» gibt es einen Zuschlag, dieser steht aber in keiner Diskussion. Eine Abschaffung des TNW-Nachtzuschlags führt zu Mindereinnahmen. Diese finanziellen Einbussen des TNW im Fricktal müssten vom Kanton kompensiert werden, was zu einer Benachteiligung für «A-Wellen»-Benutzer führen würde. Eine andere Lösung wäre die generelle Tariferhöhung der TNW-Abos. Eine solche wurde aber bereits Ende 2009 verworfen.

Mit der Petition fordern die Juso den Kanton auf, das Fricktal zu stützen. Laut Juso sei die Region Nordwestschweiz ein grosser Kulturraum und soll dies bleiben. Es brauche deshalb öffentliche Verkehrsmittel, um nach Veranstaltungen sicher nach Hause zu kommen.

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