ALexander Tschäppät

Jurist: «Anzeige gegen Tschäppät soll als Warnung für alle gelten»

Der Basler Jurist Carlo Alberto Di Bisceglia (links) hat den Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät wegen Verletzung der Anti-Rassismus Strafnorm angezeigt.

Der Basler Jurist Carlo Alberto Di Bisceglia (links) hat den Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät wegen Verletzung der Anti-Rassismus Strafnorm angezeigt.

Der Basler Jurist Carlo Alberto Di Bisceglia , welcher die Strafanzeige gegen Alexander Tschäppät eingereicht hat, findet die Witze des Berner Stadtpräsidenten «unter aller Kanone». Er will mit der Anzeige die Würde der Italiener wiederherstellen

Herr Di Bisceglia, denken Sie, dass Ihre Anzeige gegen Alexander Tschäppät erfolgreich sein wird?

Di Bisceglia: Meines Erachtens ja. Wenn man das Gesetz ansieht, ist der Tatbestand des Antirassismus-Artikels 261 StGB erfüllt.

Was versprechen Sie sich von der Anzeige?

Sie soll Herrn Tschäppät zur Vernunft bringen. Er ist Stadtpräsident und Nationalrat, von ihm Erwarte ich staatsmännisches Verhalten und nicht so billige Witze. Die sind unter aller Kanone, das müssen wir nicht diskutieren.

Worum geht es Ihnen dabei?

Erstens soll die Anzeige als Warnung für alle gelten. Zweitens geht es um die Wiederherstellung der Würde der betroffenen Menschen. Sie müssen vertreten und verteidigt werden.

Inwiefern wurde die Würde dieser Menschen durch Tschäppäts Witze verletzt?

Was Tschäppät gesagt hat, geht einfach nicht. In unserem Land - und vor allem gegenüber Menschen, die seit Jahrzehnten mitgeholfen haben, die Schweiz aufzubauen. Denken sie an den Gotthard, den Simplon, die Strassen, die ETH in Zürich. Solche Witze tun vor diesem Hintergrund richtig weh. Insbesondere, wenn sie aus dem Mund von Herrn Tschäppät kommen, der notabene Jurist ist. Da sollte man meinen, dass er vor solchen Ausrutschern gefeit sein sollte.

Was fordern Sie?

Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft. Integration schaffen wir nur mit gegenseitigem Respekt. Mit solch billigen Witzen jedenfalls - die man vor 40 Jahren gehört hat - geht es sicher nicht.

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