1:12 - Für gerechte Löhne

Jungsozialisten starten Initiative für gerechte Löhne

JUSO kämpft gegen zu höhe Löhne (Symbolbild)

JUSO kämpft gegen zu höhe Löhne (Symbolbild)

Die Manager sollen nicht mehr als 12 Mal soviel verdienen, wie ihre Untergebenen mit dem kleinsten Lohn. Dieses Ziel wollen die Jungsozialisten (Juso) mit ihrer Volksinitiative «1:12 - Für gerechte Löhne» erreichen.

Die Bundeskanzlei hat den Text vorgeprüft und nicht beanstandet. Die Jungsozialisten haben damit bis zum 6. April 2011 Zeit, die nötigen 100'000 Unterschriften beizubringen, wie dem Bundesblatt zu entnehmen ist. Sie wollen denn auch sofort loslegen und starten mit einer Medienkonferenz und einem Event auf dem Bahnhofplatz.

Benoît Gaillard erklärte, in den letzten Jahren seien die höchsten Löhne um 80 Prozent emporgeschnellt, während die Durchschnittseinkommen nur um 2,3 Prozent gewachsen seien. Die Schere zwischen den höchsten und den tiefsten Löhnen gehe immer weiter auf. Die Lohnsumme werde ungerecht verteilt.

Es sei also dringend notwendig zu handeln, sagte Gaillard. Keine Ausbildung und keine Kompetenz rechtfertige eine Lohnspanne, die über dem Faktor 12 liege. "Wir wollen, dass niemand in einem Jahr weniger bekommt, als der meistverdienende Manager in einem Monat," sagte Juso-Präsident Cédric Wermuth.

Obwohl sich die Volkswirtschaft in einer Rezession befinde, zahlten sich die Abzocker schon wieder "exorbitante Löhne und unverschämte Boni" aus, sagte Wermuth. Sie hätten sogar wie Peter Brabeck von Nestlé die "Frechheit", mit ernsthaften Folgen zu drohen, wenn die Juso-Initiative angenommen werde. Damit müsse Schluss sein.

Mit der Initiative werde das Primat der Politik über die Wirtschaft eingefordert. Es gehe nicht an, dass in einem Land, das sich seiner direkten Demokratie rühme, die obersten 10'000 schalten und walten könnten, wie sie wollten, sagte Wermuth. Das Volk müsse die Spielregeln festsetzen, an die sich auch die Wirtschaftsbosse zu halten hätten.

Es sei also dringend notwendig zu handeln, sagte Gaillard. Keine Ausbildung und keine Kompetenz rechtfertige eine Lohnspanne, die über dem Faktor 12 liege. "Wir wollen, dass niemand in einem Jahr weniger bekommt, als der meistverdienende Manager in einem Monat," sagte Juso-Präsident Cédric Wermuth.

Die SP Schweiz unterstützt die Initiative ihrer Jungpartei. Es sei klar, dass das Schweizer Volk in der Frage von Abzocker-Gagen und Boni-Eskapaden ein Machtwort sprechen müsse. Trotz einer handfesten Wirtschaftskrise greife die Selbstbedienungs-Mentalität weiter um sich, erklärte Parteipräsident Christian Levrat in einem Communiqué.

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