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Jungsozialisten provozieren mit neuer Plakatkampagne

Mit Plakaten, auf denen prominente Schweizer Männer als Frauen zu sehen sind, wollten die Jungsozialisten auf das Thema Gleichstellung aufmerksam machen. Doch die Plakatgesellschaft APG weigert sich, die Sujets aufzuhängen.

Die Plakate zeigen den SVP-Politiker Christoph Blocher als stillende Mutter, Satiriker Viktor Giacobbo als Frölein Da Capo, Pharma-Boss Daniel Vasella als Putzfrau und «Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel als Kioskverkäuferin.

In der Headline auf den Plakaten wird die Frage aufgeworfen, welche Karriere die betreffende Person wohl gemacht hätte, wäre sie als Frau geboren.

Für nächste Woche geplant

«Damit sollte auf die unterschiedlichen Karrierechancen von Frauen und Männern aufmerksam gemacht werden», schreibt Juso-Präsident David Roth auf der Internetseite der Jungsozialisten. Bereits in der nächsten Woche wollten die Juso die Plakate in grösseren Städten aufhängen lassen. Doch daraus wird wohl nichts.

Die Aussenwerbegesellschaft APG weigert sich nämlich, die Sujets auf ihre Plakatwände zu kleben. Man wolle zuerst eine schriftliche Zustimmung der abgebildeten Personen, «dass diese damit einverstanden sind», sagte ein APG-Vertreter gegenüber «20 Minuten».

Juso sucht andere Lösung

Die Juso, so schreibt deren Chef David Roth auf der Internetseite weiter, werde nun nach anderen Wegen suchen, die Plakate aufzuhängen. «Für Angebote von aufgeschlosseneren Plakatfirmen sind wir dankbar».

Hintergrund für die neuste Gleichstellungskampagne ist offenbar die Tatsache, dass Frauen in der Schweiz angeblich immer noch 20 Prozent weniger verdienen als Männer und in den Verwaltungsräten von Schweizer Unternehmen nur gerade 5 Prozent Frauen sitzen. «Für eine Schweiz die ein sehr fortschrittliches Selbstverständnis pflegt, ist dies eine sehr beschämende Bilanz», heisst es vonseiten der Jungsozialisten.

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