Unterhalt
Junge Sozialhilfebezüger: Nationalrat will Eltern in Pflicht nehmen

Eltern sollen für den Unterhalt ihrer bis 25-jährigen Kinder aufkommen müssen, unabhängig davon, ob diese eine Ausbildung machen oder nicht. Der Nationalrat unterstützte am Mittwoch mit 118 zu 60 Stimmen eine Motion mit dem Ziel, die Sozialwerke zu entlasten.

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Eltern sollen für den Unterhalt ihrer bis 25-jährigen Kinder aufkommen müssen, unabhängig davon, ob diese eine Ausbildung machen oder nicht. (Symbolbild)

Eltern sollen für den Unterhalt ihrer bis 25-jährigen Kinder aufkommen müssen, unabhängig davon, ob diese eine Ausbildung machen oder nicht. (Symbolbild)

Heute müssten Eltern mittellose erwachsene Kinder nur unterstützen, wenn sie über ein Einkommen von mindestens 120'000 Franken im Jahr (Alleinstehende) respektive 180'000 Franken im Jahr (Ehepaare) verfügen, argumentierte Motionär Laurent Wehrli (FDP/VD). Dies gelte in Fällen, in denen die Kinder nicht in Ausbildung seien.

Würden mittellose Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren jedoch eine Ausbildung machen, müssten die Eltern sie unabhängig von ihrem Einkommen unterstützen. Ohne diese Ungleichbehandlung der Eltern wäre die Sozialhilfe für junge Leute, die sich weigerten, eine Ausbildung zu machen, weniger attraktiv, so Wehrli.

Der Bundesrat lehnt die Motion ab. Das Problem, dass unter den 18- bis 25-Jährigen die Sozialhilfequote überdurchschnittlich sei, lasse sich mit einer Übertragung der Kostenlast vom Gemeinwesen auf die Eltern nicht lösen, befand er.

Vielmehr müssten junge Erwachsene darin unterstützt werden, unabhängig zu werden und selbst für ihren Unterhalt aufzukommen, sagte Justizministerin Simonetta Sommaruga im Rat. Ein Bericht dazu sei in Arbeit.