Junge Autofahrer zeigen vermehrt Disziplin

Den Führerausweis auf Probe gibt es seit vier Jahren. Vereinzelte Alkohol- und Temposünder haben bereits ihr «Billett» verloren. Und bei der Weiterbildung hapert es etwas, sagen Fahrlehrer.

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Führerausweis

Führerausweis

Nicole Nars-Zimmer

Rolf Zenklusen

Für junge Autolenker wurde vor mehr als vier Jahren der Führerausweis auf Probe eingeführt. Wer nach dem 1. Dezember 2005 ein Gesuch für einen Lernfahrausweis gestellt hat, erhält den Führerausweis nur probeweise auf drei Jahre. Seither wurden im Kanton Baselland 6554 Führerausweise auf Probe ausgestellt, in Basel-Stadt 2889. Annulliert wurden im Kanton Basel-Stadt 9 Ausweise, in Baselland waren es 14. «Die Gründe für eine Annullation sind hauptsächlich Tempo und Alkohol», erklärt der Baselbieter Polizeisprecher Rolf Wirz. Junge Lenker, die den Führerausweis wegen Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz verlieren, müssen ein Jahr warten, bis sie erneut einen Lernfahrausweis beantragen können, und zudem ein verkehrspsychologisches Gutachten vorweisen.

Seit Einführung der neuen Regelung müssen die Junglenker zwei Ausbildungstage (Zweiphasenausbildung) absolvieren, bevor sie die endgültige Fahrbewilligung erhalten. Am Anfang haben viele diese Weiterbildung möglichst lange hinausgeschoben. «Bis im April 2007 hatten erst 50 Prozent der Neulenker den ersten Ausbildungstag absolviert», erinnert sich Fahrlehrer Markus Lüthi, Geschäftsführer des «Drivers Competence Centre AG» (DCC). Die vom Regionalen Fahrlehrerverband Basel (RFB) gegründete Firma gehört zu den grössten Anbietern der Zweiphasenausbildung in der Region.

Inzwischen habe sich die Lage etwas verbessert, erklärt Lüthi. Die Zahlen der Motorfahrzeugkontrolle (MFK) Baselland belegen dies: Den ersten Kurstag haben im Baselbiet 4031 (61%), den zweiten Kurs 2278 (34%) Inhaber eines Führerausweises auf Probe absolviert, teilt MFK-Leiter Pascal Donati mit. Doch auch die noch immer tiefen Zahlen bereiten beim zweiten Kurstag Probleme: Pro drei Kursteilnehmer brauche es einen Moderator, der die Zweiphasenausbildung betreut. Bei schweizweit jährlich 70000 bis 80000 neuen Führerausweisen auf Probe stünden nur knapp 650 Moderatoren zur Verfügung. «Ein gewaltiges Pensum, das die Moderatoren leisten müssen», sagt Lüthi.

Wer innert drei Jahren nach bestandener Fahrprüfung nicht zu den zwei Kurstagen erscheint, muss das «Billett» auf Probe eigentlich abgeben. Immerhin gewährt der Staat den Säumigen eine Gnadenfrist von drei Monaten, um den oder die Kurse nachzuholen. Die Motorfahrzeugkontrolle (MFK) stellt dafür eine Fahrbewilligung aus, die jedoch nur für den Kurstag gilt. Fahrlehrer Markus Lüthi erzählt von Neulenkern, die selbst diese Gnadenfrist verpasst haben und die Prüfung wiederholen müssen. Wie viele betroffen sind, hat Lüthi nicht erfasst. Auch die MFK in Baselland und Basel-Stadt konnten keine entsprechenden Zahlen liefern.

«Die Kundenwerden von uns bei der Gesuchseinreichung mittels Merkblatt informiert, dass sie Weiterbildungskurse absolvieren müssen», sagt Klaus Mannhart, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements Basel-Stadt. Nach bestandener Führerprüfung würden die Kunden erneut entsprechend informiert. Genauso wird es im Baselbiet gehandhabt, erklärt MFK-Leiter Donati.

Bei der Einführung der Zweiphasenausbildung erklärten die Fahrlehrer, es fehle in der Region an Übungsplätzen. Dies hat sich nicht geändert. Die Fahranlagen der DCC befinden sich in Frick (AG) und Develier (JU). «Eine Wegstrecke, die man vermeiden könnte», sagt Lüthi. «Wir bemühen uns um einen Platz in der Umgebung, aber es wird nicht einfach.»

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