Jugendliche wollen Nachtbus

In Bettlach nehmen zwei Jugendliche das Heft in die Hand. Sie wollen den Entscheid des Gemeinderates, sich nicht am «Moonliner» zu beteiligen, umstossen.

Merken
Drucken
Teilen
Pro Moonliner

Pro Moonliner

Solothurner Zeitung

Urs Byland

Ab kommender Freitagnacht wird der «Moonliner» nach neuem Fahrplan unterwegs sein. Bettlachs Jugendliche schauen aber in die Wäsche. Der «Moonliner» wird nicht mehr in Bettlach halten, sondern durchs Dorf hindurchfahren. Der Gemeinderat hatte sich an der letzten Junisitzung von diesem Angebot zurückgezogen. Zu gering sei das Bedürfnis der Bettlacher Jugendlichen, das nächtliche Busangebot zu nutzen. Und zu gross der Ausgabenposten von nicht ganz 4000 Franken jährlich, fanden damals die Vertreter der FdP und SVP.

Jugendliche machen mobil

Dabei würde sich der Fahrplan ab Freitag verbessern. Im Vergleich zur Probephase, an der sich Bettlach 08 und 09 beteiligte, waren ab Freitag fünf statt drei «Moonliner»-Halte in Bettlach vorgesehen. Nach dem Gemeinderatsentscheid gibt es nun überhaupt keinen Halt in Bettlach.
Das wollen Bettlacher Jugendliche wieder ändern. Bald nach dem Gemeinderatsentscheid machte sich Unmut unter ihnen wegen dieses Entscheids breit.

Eine Facebook-Gruppe wurde gegründet, die schnell 100 Mitglieder zählte. «Der Moonliner ist eine gute Sache. Man kommt mit wenig Geld von A nach B», erklärt Joël Sury. Er ist einer der Jugendlichen, die den Gemeinderatsentscheid nicht nachvollziehen können. Schliesslich begann der 20-Jährige mit der Ausarbeitung einer Petition an den Gemeinderat.

«Wir wussten zuerst nicht, wie wir die Sache anpacken sollten.» Kernpunkt ist nun eine Unterschriftensammlung. Er und sein Kollege Marco Sansoni haben letzte Woche begonnen, Unterschriftenbögen zu streuen. Bis Mitte Januar wollen sie Unterschriften sammeln und dann die Petition dem Gemeindepräsidenten übergeben, damit diese schon im Februar im Gemeinderat von Bettlach behandelt werden kann.

Sury und Sansoni haben Verständnis für die Argumentation des Gemeinderates. «Die Frequenz ist manchmal dürftig. Aber wir wissen von vielen Kolleginnen und Kollegen, dass sie dieses Angebot schätzten und schätzen würden», sagt Sury.