Armee

Jetzt regt sich Widerstand gegen die «Luxus-Sanierung» des Duros

Bei einer Präsentation im Jahr 1996 musste sich der Duro auch in Wasserlöchern bewähren.

Bei einer Präsentation im Jahr 1996 musste sich der Duro auch in Wasserlöchern bewähren.

Die Kritik an der 558 Millionen Franken teuren Duro-Sanierung wächst – was kostet der Werterhalt des Lastesels wirklich?

Eigentlich hätten sich die Rüstungsbeschaffer der Armee nach der Wintersession zurücklehnen können. Es schien, als laufe alles nach Plan. Im Nationalrat sorgte das Rüstungsprogramm zwar für eine hitzige Diskussion. Am Ende wurde es trotzdem mitsamt der umstrittenen Sanierung von 2200 Duro-Lastwagen angenommen.

Die «Lastesel» sollen für 558 Millionen Franken nachgerüstet werden. Demnach sind 250000 Franken pro Fahrzeug veranschlagt; über 100000 Franken mehr als bei der Beschaffung vor 15 Jahren. Die Mehrheit des Nationalrats war der Ansicht, dass es keine passablen Alternativen zur Sanierung des Duros gebe.

Aber jetzt regt sich doch noch breiter Widerstand gegen das Geschäft: Am 7. März wird die kleine Kammer darüber befinden. Die Basler SP-Ständerätin Anita Fetz will dann den Antrag stellen, die Vorlage zurückzuweisen.

Ein Dutzend Ratskollegen aus mehreren Fraktionen sollen ihre Unterstützung bereits zugesagt haben. Fetz will dies auf Anfrage noch nicht bestätigen, sie führe derzeit viele Gespräche. Die «Luxus-Sanierung» der Duro-Flotte sei falsch, sagt die Ständerätin. «Eine derartige Steuerverschwendung habe ich selten erlebt.»

Subventionierte Arbeitsplätze

Fetz findet es stossend, dass die Sanierung des Duros teurer ist als seine Anschaffung. Sie wundert sich ausserdem, dass der Rüstungsbetrieb Mowag die Duro-Flotte nicht nur umrüsten soll, sondern die Revision in einer Studie auch selbst empfohlen hat. «Das Geschäft wird als alternativlos bezeichnet. Dabei dürfte für die Armee einmal mehr nur das Teuerste gut genug sein.»

Das Argument, die Sanierung werde Arbeitsplätze in der Schweiz sichern, lässt Fetz nicht gelten. Laut dem Bundesrat sollen dank der Sanierung «durchschnittlich 500 Personen während rund neun Jahren beschäftigt werden». Jeder Arbeitsplatz, hat Fetz berechnet, werde demnach mit 200000 Franken subventioniert. «Das ist nichts anderes als versteckte Industriepolitik», sagt sie. Genau das sei den Bürgerlichen ja eigentlich zuwider.

Gleichzeitig weibelt ein prominenter SVP-Politiker für ein Nein zur Duro-Sanierung. Der Aargauer Nationalrat Ulrich Giezendanner hatte sich schon im Parlament für eine kostengünstigere Variante ausgesprochen – ohne Erfolg. Nun versucht er, die Ständerate auf seine Seite zu holen.

Die Mehrheit der SVP-Vertreter in der kleinen Kammer dürfte der Empfehlung ihres Parteikollegen Giezendanner nicht folgen. Alex Kuprecht spricht von einem «Sturm im Wasserglas». Der Schwyzer Ständerat verweist darauf, dass der Duro den Anforderungen der Armee weiterhin am besten entspreche. «Mit ein paar Handgriffen kann der Lastwagen zu einem Transportfahrzeug umgebaut werden», sagt Kuprecht. Der Duro sei geländegängig, auch auf schmalen Strassen einsetzbar und habe eine längere Lebensdauer.

Nur 150000 Franken pro Duro?

Für Kritiker ist vor allem die Frage zentral, wie ernsthaft die Rüstungsbeschafferin Armasuisse andere Angebote geprüft hat. Offiziellen Angaben zufolge wurden 16 Unternehmen angefragt, 6 haben eine Offerte eingereicht.

Nach Informationen der «Nordwestschweiz» entsprachen zumindest zwei militärische Fahrzeuge den Anforderungen der Armee; das eine sei teurer gewesen als die Sanierung des Duros, das andere erst im Jahr 2020 lieferbar.

Offen bleibt auch, was die Sanierung eines Duros effektiv kostet. Wie hoch ist der Nettopreis, den der Rüstungsbetrieb Mowag für die Revision eines Lastwagens veranschlagt hat? Laut Fachleuten dürfte dieser zwischen 150000 und 160 000 Franken liegen.

Armasuisse bestätigt lediglich, dass der Preis pro Fahrzeug tiefer liege als die aus der Botschaft des Bundesrats errechneten 250000 Franken. Die Differenz ergebe sich etwa wegen Berechnungsvorgaben und aufgrund von Logistikkosten. Genaue Beträge dürfe man nicht nennen – Geschäftsgeheimnis.

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