Die No-Billag-Gegner warnen, dass bei einer Annahme der umstrittenen Initiative auch Schweizer Serien beerdigt würden. Nun mischt sich pünktlich zum Start der neuen Staffel am 2. Januar auch Bestatter-Darsteller Mike Müller in den Abstimmungskampf ein. Die Worte "Weniger Vielfalt, kein Bestatter" prangen auf einem Plakat des Komitees "Nein zum Sendeschluss". Darunter posiert Müller als Luc Conrad mit Pistole.

"Schweizerdeutsche Serien wie ‹Wilder› oder ‹Der Bestatter› lassen sich nur mit Gebühren finanzieren. Private oder ausländische Anbieter können Serien für einen so kleinen Markt nicht finanzieren", sagt Müller gegenüber "20 Minuten". 

Müllers Engagement bezeichnet Kampagnenleiter Mark Balsiger gegenüber der Zeitung als Glücksfall: "‹Der Bestatter› mit Mike Müller in der Hauptrolle ist ein typisch schweizerischer Krimi, der quer durch alle gesellschaftlichen Schichten gut ankommt." Ein Ja an der Urne und damit ein Ende der Krimiserie sei untragbar, denn: Unterhaltung gehöre gemäss Bundesverfassung genauso zum Service-public-Auftrag wie die Information.

No Billag: Diese Promis kämpfen gegen die Initiative:

Müllers Seitenhieb an die CVP

Erst vergangene Woche forderten die Präsidenten der SP und CVP, dass sich SRG-Mitarbeiter im Abstimmungskampf zurücknehmen müssen. CVP-Chef Gerhard Pfister monierte, die SRG-Mitarbeiter seien viel zu offensiv.

Müller zeigt sich davon wenig beeindruckt. Er sei nie bei der SRG angestellt gewesen und arbeite derzeit auch nicht als Selbstständigerwerbender für den Betrieb. Zudem meint er mit Blick auf die Christdemokraten: «Wenn die CVP fortan bei Geschäften zum Gesundheitswesen oder zu Rüstungsexporten in den Ausstand tritt, weil ihre National- und Ständeräte von diesen Branchen alimentiert werden, halte ich sofort die Klappe.»