Er war jahrzehntelang der prominenteste und wortgewaltigste SRG-Kritiker: Roger Schawinski. Die ganze Biografie des Radio-24-Gründers war geprägt von seinem Kampf gegen das SRG-Monopol. Doch 2011 landete der damalige SRG-Generaldirektor Roger de Weck einen  Coup: Er holte Schawinski an den Leutschenbach und gab ihm eine eigene Talk-Sendung ("Schawinski", jeweils am Montagabend).

Vor diesem Hintergrund überrascht nicht, dass die "No Billag"-Abstimmung den Zürcher umtreibt, der als ehemaliger Sat-1-Geschäftsführer auch TV-Erfahrung aus Deutschland hat. "Die Sache ist so wichtig und kann die Schweiz so stark verändern, dass ich mich entschieden habe, ein Buch dazu zu schreiben", sagt Schawinski zur AZ.

Vor kurzem hat er die letzte der insgesamt 150 Seiten fertig geschrieben. Innerhalb nur eines Monats hat er das Oeuvre verfasst. Es wird am 9. Januar im Wörterseh Verlag erscheinen und dürfte den Abstimmungskampf beleben – der Urnengang findet am 4. März statt.

Über den genauen Inhalt möchte der Autor, der "No Billag" ablehnt, noch nicht sprechen. Schawinski sagt nur, er gehe der Frage nach, wie es überhaupt so weit kommen konnte, dass eine Initiative zur Abschaffung der SRG-Gebühr lanciert wurde: "Wer sind die Schuldigen, wer hat die Verantwortung, und was wird passieren?" 

Schawinski befasst sich aber auch mit den Folgen eines Volks-Ja. "Aufgrund meiner in der Schweiz wohl einzigartigen Erfahrungen kann ich Hintergründe liefern. Die sind komplex, aber auch wichtig", sagt der Radio-1-Unternehmer. "Deshalb habe ich nicht nur einen Artikel geschrieben – sondern ein aktuelles Taschenbuch, was es bisher noch nicht in dieser Form gegeben hat."