Peter Belart

Villnacherns Gemeindeammann Max Fischer bringt die Sache auf den Punkt: «Ich bin froh, dass nun wenigstens Klarheit herrscht. Eine Fusion ist für Villnachern für die nächste Zeit kein Thema mehr.» Fischer spricht davon, dass der Abstimmungskampf zum Teil mit ziemlich harten Bandagen geführt wurde. Und so hofft er nun auf eine Beruhigung und darauf, dass das Ergebnis allseits akzeptiert werde. Den Weg über das Referendum beurteilt er durchaus als positiv. «Es wurden sämtliche Instrumente unseres Demokratieverständnisses angewendet. Nur so fanden wir zu einem eindeutigen Ergebnis. Wir müssen uns nicht sagen: Vielleicht hätten wir halt doch noch dies oder jenes Mittel ausschöpfen sollen.»

Fischer wundert sich allerdings, dass die Bevölkerung in den letzten Monaten eine Kehrtwendung in ihrer Meinung gemacht hat. War anfänglich eine sehr klare Mehrheit für die Fusion, so stellte sich nun eine ebenso klare Mehrheit dagegen. Fischer ortet die ablehnende Haltung sowohl bei der alteingesessenen Bevölkerung als auch in den Reihen der Vereine.

Dann richtet er den Blick in die Zukunft und betont: «Der neu gewählte Gemeinderat muss nun den Auftrag der Stimmberechtigten umsetzen und anstelle des Fusionsweges eine noch engere Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden anstreben.» Fischer zeigt sich überzeugt, dass dies die einzige gangbare Option für die kommenden Jahre ist.

Enttäuschung in England

Schinznach-Dorfs Gemeindeammann Dora Farrell weilt zurzeit in England. Dort vernahm sie von der AZ das Abstimmungsergebnis. Ihr erster Kommentar: «Ich bin sehr enttäuscht.» Farrell blieb einen Moment still, dann fuhr sie fort: «So ist das halt in einer Demokratie. Wir müssen den Ausgang der Abstimmung einfach akzeptieren.»

Sie äusserte sich sodann zum weiteren Vorgehen und sagte: «Vielleicht hätten wir wie ursprünglich beabsichtigt mit kleinen Schritten beginnen sollen und zuerst einen gemeinsamen Weg mit Oberflachs suchen müssen.» Dies bleibe eine Option für die Zukunft, doch man müsse die Angelegenheit nun ruhen lassen, ihr «Zeit geben», wie Farrell es ausdrückte.

Peter Feller von Oberflachs zeigte sich erfreut über die ho-he Stimmbeteiligung in seinem Dorf. «Der Nein-Stimmen-Anteil hat zwar zugenommen; das Ergebnis ist aber immer noch sehr klar.» Und auch er sagte: «Die Fusion mit Schinznach-Dorf ist und bleibt für uns ein Thema.»

Christoph Fuhrer von Schinznach-Bad konnte leider nicht kontaktiert werden.