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Jetzt beginnt das Hauen und Stechen

Tiefe Einblicke: Wahlplakat der CDU-Politikerin Vera Lengsfeld (rechts) in Berlin

Vera Lengsfeld und Angela Merkel

Tiefe Einblicke: Wahlplakat der CDU-Politikerin Vera Lengsfeld (rechts) in Berlin

Der deutsche Wahlkampf kommt in Fahrt. Aussenminister und SPD-Kanzleraspirant Frank-Walter Steinmeier tourt seit Anfang Monat durchs Land. Und seit dem Wochenende ist auch Kanzlerin Angela Merkel auf einer sechswöchigen Wahlkampftour.

Benedikt Vogel

Der Ton zwischen den Regierungspartnern Union und SPD wird zunehmend rauer. Vertreter beider Lager versuchen mit gezielten Attacken zu punkten. Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) beispielsweise wirft Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vor, Geld für externe Berater zu verschwenden. Auch Steinmeier schiesst Richtung CDU. Diese weiche einer Sachdebatte aus und wolle so die Öffentlichkeit «einlullen», sagte der SPD-Kanzlerkandidat. Wobei er von einem direkten Angriff auf die Kanzlerin einmal mehr absah.

Effekthascherei mit Décolleté

Passenderweise macht die CDU zur gleichen Zeit mit einem eher dämlichen Wahlplakat von sich reden, das die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin und heutige CDU-Frau, Vera Lengsfeld (57), in Berlin-Kreuzberg aufhängen liess. Lengsfeld posiert darauf mit tiefem Ausschnitt, neben ihr das Bild von Kanzlerin Merkel bei einem Opernbesuch in Norwegen, das wegen des grosszügigen Décolletés im April 2008 um die Welt ging. Begleittext: «Wir haben mehr zu bieten.» Kein Wunder, fragt sich der politische Gegner, ob die CDU tatsächlich nicht mehr zu bieten hat als Effekthascherei.

Die CDU verfügt über einen Wahlkampfetat von 20 Millionen Euro, die SPD hat 27 Millionen in der Kriegskasse. Beide Parteien stellten vergangene Woche ihre Plakatsujets vor, mit denen sie in den Wahlkampf ziehen. Auffällig bei der CDU: Die Partei schmückt sich mit fremden Federn. Auch CSU-Leute wie der Umfrageliebling, Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, firmieren unter dem CDU-Logo.

Die SPD dagegen setzt auf Nüchternheit: Sie will die Wählerinnen und Wähler mit Sachargumenten für sich gewinnen. Die CDU hält an ihrem Wahlziel fest, einen Wähleranteil von «40 plus» zu erreichen. Dies, obwohl ihr die Umfragen im Moment nur 37 Prozent voraussagen. Trotzdem ist eine schwarz-gelbe Koalition gemäss aktuellen Umfragen zur Zeit möglich.

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