Coronavirus
Jetzt also doch: Der Bund setzt teilweise auf Masken – und erklärt, wie man sie richtig trägt

Die Behörden befürchten, dass die Bevölkerung bei den Verhaltensregeln nachlässig wird. Nach wochenlangem Herumlavieren wollen sie erstmals auch Tipps zum Maskentragen veröffentlichen.

Sven Altermatt
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Im Jahr 2007, bei der damaligen Pandemievorbereitung, erklärte auch der heutige Corona-Delegierte Daniel Koch, wie man eine Maske richtig trägt.

Im Jahr 2007, bei der damaligen Pandemievorbereitung, erklärte auch der heutige Corona-Delegierte Daniel Koch, wie man eine Maske richtig trägt.

Keystone (Bern, 15. Mai 2007

Soll man nun oder soll man nicht? Die Frage, wie gut Gesichtsmasken vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen, ist umstritten. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält sich inzwischen mit entsprechenden Äusserungen zurück – nachdem es wochenlang die Direktive verbreitet hat, dass Maskentragen für die breite Bevölkerung nichts nütze.

Dabei sind Experten überzeugt: Jeder Schutz ist besser als keiner. Das Tragen eines Mundschutzes könne im Alltag sinnvoll sein, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren, heisst es bei den zuständigen Behörden in Nachbarländern einhellig. Die deutschen Seuchenbekämpfer haben ihre Empfehlungen sogar offiziell revidiert.

Jetzt scheint sich auch in der Schweiz allmählich eine Kehrtwende abzuzeichnen. Wie die Redaktion von CH Media weiss, wird das BAG in den nächsten Tagen neue Werbespots für Fernsehen und Internet sowie Inserate und Plakate lancieren – unter der Prämisse «Jetzt nicht nachlassen». Nachdem der Bundesrat am Donnerstag über die ersten Lockerungen des Corona-Stillstands informiert hat, sollen mit der Kampagne neue und weiterhin bestehende Verhaltensregeln verbreitet werden.

Die Durchhalteparolen wollen die Bundesbehörden auch dazu nutzen, um der Bevölkerung zu zeigen, wie sie Masken richtig trägt. In den sozialen Medien soll sogar eine Anleitung verbreitet werden. Das BAG bestätigt die Informationen auf Anfrage. Man sei mitten in der Produktion, erklärt eine Sprecherin. «Mehr dazu erfahren Sie in den kommenden Tagen.»

Damit die Bevölkerung nicht nachlässig wird

Der Bundesrat informierte am Donnerstag über die Lockerungen des Corona-Stillstands. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Gesundheitsminister Alain Berset lobten die Bevölkerung, dass sie sich bisher vorbildlich an die verordneten Massnahmen gehalten habe.

Fernab der öffentlichen Komplimente wächst jedoch die Befürchtung, dass die Schweizerinnen und Schweizer nachlässig werden. Die Regeln des Social Distancing könnten «von einem wachsenden Teil der Bevölkerung nicht mehr befolgt werden», heisst es in einem internen Lagerapport des Bundes.

Die neuen Werbebotschaften veröffentlicht das BAG auch vor dem Hintergrund, dass es in einzelnen Bereichen nun wahrscheinlich doch eine Maskenpflicht oder zumindest entsprechende Empfehlungen geben wird. Laut Minister Berset sei dies insbesondere bei Coiffeuren und Kosmetiksalons denkbar, unter Umständen vielleicht auch bei Ladengeschäften.

Entschieden hat der Bundesrat aber noch nichts. Er will mit der Wirtschaft in den nächsten Tagen Schutzkonzepte erarbeiten, die je nach Branche auch das Tragen von Masken vorsehen.

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