Menschenrechte

Jedes zweite Land der Welt foltert und misshandelt

Aktivisten von Amnesty International in der Schweiz (Archivbild)

Aktivisten von Amnesty International in der Schweiz (Archivbild)

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International beklagt Folter und Misshandlung in mindestens 111 Staaten, also mehr als der Hälfte aller Länder der Welt. Alles in allem werden nach AI-Erkenntnissen in 159 Ländern Menschenrechte verletzt - auch in der Schweiz.

In 55 Ländern würden Inhaftierte unfairen Verfahren ausgesetzt, heisst es im Jahresbericht 2010 der Organisation. In 48 Ländern würden nicht gewalttätige, politische Gefangene eingesperrt und in 96 Ländern sei die Meinungsfreiheit eingeschränkt.

Deutlich verschlechtert habe sich die Situation im Iran: Seit den Präsidentenwahlen im Juni 2009 würden Oppositionelle und Menschenrechtsverteidiger verstärkt verfolgt. Zeitweise waren laut Amnesty bis zu 5000 Regierungskritiker in Haft und "immer in Gefahr gefoltert zu werden". In Schauprozessen seien mehr als 80 Menschen verurteilt worden, mindestens 16 von ihnen zum Tode.

"Düster" sei die Lage auch in Afghanistan. Dort würden weiterhin Zivilisten "Opfer der Taliban, anderer bewaffneter Gruppen sowie der internationalen Streitkräfte".

Massive Kritik gab es auch an China und Russland. Auch unter Präsident Dmitri Medwedew drohe Menschenrechtlern die Ermordung. Die Lage in Russland sei "verheerend".

Eine gemischte Bilanz zog Amnesty zur Arbeit von US-Präsident Barack Obama. Insbesondere habe Obama sein Versprechen nicht eingehalten, das Gefangenenlager Guantánamo innerhalb eines Jahres zu schliessen.

Zufrieden äusserte sich die Organisation über den Internationalen Strafgerichtshof. Letzterer erliess im vergangenen Jahr erstmals gegen einen amtierenden Staatschef Haftbefehl, den sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir.

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