Fitnesscamp
Jedes fünfte Kind ist zu dick – Jetzt stellen sie sich dem Problem

Wegen falscher Ernährung und mangelhafter Bewegung ist jedes fünfte Kind in der Schweiz übergewichtig. Das Fitnesscamp «ZACK» will die motivierten Sprösslinge bei ihrem Vorhaben abzunehmen unterstützen.

Fabian Dali
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In den Wäldern der idyllischen Gemeinde Zweisimmen im Berner Oberland tummeln sich noch bis zum Samstag die 27 jungen Teilnehmer des Zürcher Adipositas Camp für Kinder («ZACK»). Die 10- bis 14-jährigen haben ein gemeinsames Ziel: Abnehmen. Das vom Kanton Zürich gestützte Projekt hilft den motivierten Kleinen dabei, dies nachhaltig zu ermöglichen.

Im Zentrum des Lagerprogramms steht Sport. Die übergewichtigen Kinder lernen in den abwechslungsreichen Tagesaktivitäten, wie sie auch nach dem Camp einen gesunden Lebensstil pflegen können. «Primäres Ziel des Sportprogrammes ist die Vermittlung von Freude an Bewegung und körperlicher Leistung.», steht in dem Leitfaden zur Durchführung eines ZACK.

Den Kleinen gefällt's: Anstatt den Tag drinnen vor dem Fernseher zu verbringen, können sie zusammen mit andern Kindern im Wald spielen und neue Sportarten kennenlernen. Wer weiss, vielleicht entscheiden sich ein oder zwei Teilnehmer nach dem Breakdance-Workshop dazu, dieses Hobby später weiterzuverfolgen.

Vorsicht statt Nachsicht

Die Bemühungen und Erfolge der ZACK sind lobenswert, doch noch besser wäre es natürlich, wenn es im Kindesalter gar nicht zu Übergewicht kommen würde. Die Schuld an der steigenden Zahl ungesund beleibter Kinder wird oft den Eltern zugeschoben. «Wer will, dass seine Kinder Salat essen und Sport treiben, sollte vor allem eines tun: selber Salat essen und Sport treiben.», schrieb die Schweizer Familie im März dieses Jahres.

Der konkrete Grund für Übergewicht bei Kindern ist häufig genug eine zu grosse psychische Belastung. Mobbing in der Schule oder Streit in der Familie, zu viel oder zu wenig Zuneigung durch die Eltern oder auch ganz alltägliche negative Gefühle wie Eifersucht oder Langeweile können zu einem schädlichen Essverhalten führen. Bekannt ist dieses Phänomen als «Frustessen» und wird von den meisten Familien zu wenig thematisiert.

Übergewicht ist in der Schweiz eine ernstzunehmende Volkskrankheit und kostet den Staat mit sechs Milliarden Franken jährlich rund 10 Prozent der Ausgaben für das Gesundheitswesen.

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