Armee
Jeder zehnte Soldat schwänzt das «Obligatorische»

Zwischen 15000 und 17000 Wehrmänner versäumen es jedes Jahr, das «Obligatorische» zu schiessen. Die Säumigen bezahlen dafür rund 3.5 Millionen Franken Busse.

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Keystone

Das VBS hat für «10vor10» erstmals gesamtschweizerische Zahlen erhoben. Das Ergebnis: Rund zehn Prozent der schiesspflichtigen Wehrmänner schwänzen das obligatorische Schiessen. «Diese Zahl ist deutlich zu hoch», kritisiert Jakob Büchler (CVP/SG), Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates gegenüber «10vor10».

«Das Obligatorische ist ein alter Zopf»

Ganz anders sieht dies SP-Sicherheitspolitikerin Evi Allemann (SP/BE): «Die Zahlen zeigen klar, dass das obligatorische Schiessen ein alter Zopf ist.»

Gemäss den neusten Zahlen waren 2008 162‘908 Wehrmänner schiesspflichtig. 16‘770 haben das «Obligatorische» versäumt. Die Quote der Säumigen betrug somit rund zehn Prozent. Letztes Jahr hätten 164‘160 schiessen müssen - 14‘937 davon kamen ihrer Pflicht nicht nach, rund neun Prozent.

Über 3.5 Millionen Franken Bussgelder

2008 mussten die säumigen Wehrmänner den Kantonen insgesamt 3.6 Millionen Franken Bussgelder bezahlen. 2009 waren 3.2 Millionen Franken fällig. Die Zahlen für dieses Jahr sind noch nicht definitiv: Gemäss Stand von Anfang Dezember ist von 18‘130 Wehrmännern die Erfüllung des «Obligatorischen» noch nicht registriert.

Für Jakob Büchler ist klar, dass das obligatorische Schiessen militärisch noch immer nötig ist: «Der gezielte Einzelschuss muss nach wie vor geübt werden», so der Präsident der Sicherheitskommission des Nationalrates. SP-Sicherheitspolitikerin Allemann ist dagegen überzeugt, dass das jährliche Schiessen militärisch «keinen Sinn» mehr macht. (jep)