In diesem Zeitraum ist die Zahl der übergewichtigen 18- bis 21-Jährigen um 7,2 Prozent auf 25,5 Prozent gestiegen. Allerdings hätten sich die Zahlen in den letzten zwei Jahren stabilisiert, schreiben die Autoren der Studie, welche das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag aufgeschaltet hat und welche von der "SonntagsZeitung" aufgegriffen wurde. Von einer Trendwende möchten die Autoren dennoch nicht sprechen.

Der Befund deckt sich mit Zahlen des zweiten Berichts zum Übergewicht bei Schülerinnen und Schülern in der Schweiz, der im September publiziert worden war. Die Studie der Universität Zürich zeigt nun erstmals die regionalen und sozialen Unterschiede beim Übergewicht von jungen Männern auf.

Schlanke Städter, dicke landbewohner

Die schlanksten Stellungspflichtigen leben demnach in Bezirken um den Genfer-, Zürich- und Zugersee, sowie in der Ostschweiz und Teilen Graubündens und des Wallis. Einen höheren BMI weisen dagegen generell Stellungspflichtige aus ländlich-bäuerlichen Gemeinden auf. Besonders betroffen sind junge Männer im nordwestlichen Mittelland, im oberen Tessin und in Teilen Juras.

BMI nicht immer aussagekräftig

Die vom BAG finanzierte Studie deckt sich mit früheren Befunden, dass Menschen mit einem höheren sozioökonomischen Berufsstatus einen tieferen BMI aufweisen, sowie eine höhere Körpergrösse.

Die Studienautoren konnten überdies erstmals auf Absatzdaten von Migros-Filialen zurückgreifen. Demnach sind junge Männer dicker, wenn sie in Gemeinden leben, in denen mehr Chips und Süssgetränke verkauft werden, als in jenen, wo mehr Früchte und Gemüse gekauft werden.

Die Studie ist repräsentativ für 90 Prozent eines Geburtsjahrgangs. Allerdings fehlen Frauen und Ausländer. Umstritten ist auch der BMI. Es könne bei einem Individuum grundsätzlich nicht unterschieden werden, ob ein höherer BMI auf mehr Muskel- oder Fettmasse zurückzuführen sei, schreiben die Autoren. Für Populationsstudien sei er aber durchaus geeignet, weil der BMI mit dem Körperfettanteil zusammenhänge.