Spendenaktion
«Jeder Rappen zählt» kommt bei den Hilfswerken nicht gut an

Die Kritik an der SRG-Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» ist dieses Jahr besonders scharf. Der Themenfokus müsse gewechselt werden und die Aktion stehe völlig quer in der Landschaft.

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«Jeder Rappen zählt» 2012

«Jeder Rappen zählt» 2012

Keystone

Die Kritik an der Fernseh-Sammelaktion «Jeder Rappen zählt» ist auch nach der vierten Ausgabe nicht verstummt: «Uns ärgert es, dass der Medienmonopolist ins Spendengeschäft einsteigt. Fundraising gehört nicht zu den Aufgaben des SRF», sagt Mark Zumbühl (59) von der Behindertenorganisation Pro Infirmis gegenüber dem SonntagsBlick. «Gerade jetzt in der Hauptsammelzeit steht die Aktion völlig quer in der Landschaft.»

Zumbühl spricht aus, was viele kleine Organisationen bewegt. «Die Aktion von SRF schafft ungleich lange Spiesse. Wenn wir auf diesen Kanälen auftreten wollen, müssen wir für die Werbeplattformen zahlen», so Zumbühl. Auch Bruno Schmucki (47) von der Behindertenorganisation Procap Schweiz fordert vom SRF: «Es wäre nötig, dass man den Themenfokus jetzt einmal wechselt. Die Logik wäre, dass auch wir uns einmal mit konkreten Projekten bewerben könnten.»

Und Ex-Entwicklungshelfer Jan Stiefel (62) vom Verein Ideas sieht in der SRF-Aktion «Klamauk ohne grosse Wirkung». Weiter wird dem SRF mangelnde Transparenz vorgeworfen: «Für viele ist zu wenig transparent, ob die Gelder professionell und zielgerichtet für den angegebenen Zweck verwendet werden», sagt Daniel Frei (46) von der Winterhilfe Schweiz. «Es ist schade, dass diese Aktion nur einen kleinen Kreis bedient und traditionelle Hilfswerke wie die Winterhilfe ausschliesst.»

Auch Walo Bauer-Hug, Präsident der Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten grosser Hilfswerke (KPGH) fordert mehr Inhalt: «Pro Stunde Sendung wurden nur zehn Minuten dem eigentlichen Thema Wasser gewidmet. Das ist zu wenig. Das Verhältnis zwischen Unterhaltung und dem Vermitteln der inhaltlichen Zusammenhänge müsste ausgewogener sein, um nachhaltige Wirkung zu erzielen.»

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