Laut Schätzungen des Instituts für Angewandte Psychologie (IAP) sind über ein Drittel der Busfahrer psychologisch nicht geeignet, einen Passagierbus zu lenken. Das berichtet die «SonntagsZeitung».

«Wir stellen teils krasse Fälle von Untauglichkeit fest», sagt IAP-Institutsleiter Simon Carl Hardegger, der auch das Personal von Atomkraftwerken prüft. Nur Lok- und Tramführer, nicht aber Buschauffeure, müssen in der Schweiz einen psychologischen Eignungstest absolvieren, bevor sie den Lernfahr-Ausweis ausgestellt bekommen.

Von 800 vom IAP untersuchten Lokführer-Anwärtern fielen im Test 30 Prozent durch. Eine noch höhere Durchfallquote schätzt Hardegger bei Busfahrern.

In Deutschland oder Österreich sind solche Eignungstests, die bis zu fünf Stunden dauern, bereits Pflicht.

Andreas Widmer, Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Verkehrspsychologie, macht sich jetzt für eine Neuregelung stark: «Soll die Verkehrssicherheit erhöht werden, führt nichts daran vorbei.»

Das Bundesamt für Strassen (Astra), das eine verkehrspsychologische Prüfpflicht bei Busfahrern veranlassen müsste, sieht man gemäss «SonntagsZeitung» keinen Handlungsbedarf. «Die Unfallzahlen sind nicht alarmierend», sagt Sprecher Thomas Rohrbach. 

Auch Postauto Schweiz, das 3100 Chauffeure beschäftigt, verzichtet auf Psychologen bei Eignungstests. Statt 30 bis 37 Prozent überstehen hier nur ein Prozent der Chauffeure den Eignungstest nicht.