Schule
Jeder 10. Lehrer ist Burnout-gefährdet – nun will der Verband handeln

Der Schweizer Lehrer-Dachverband (LCH) will die Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern besser schützen und fördern. Um konkrete Massnahmen einzuleiten, brauche es aber umfassendere Daten, fordert er.

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Jeder 10. Lehrer ist Burnout-gefährdet (Archivbild).

Jeder 10. Lehrer ist Burnout-gefährdet (Archivbild).

Sukkurs erhält der Verband nun von einer Studie aus Zürich, wonach jede zehnte Lehrperson stark Burnout-gefährdet ist.

Zwar sei der Gesundheitszustand der Lehrkräfte in der Stadt Zürich mehrheitlich gut, heisst es in einer Mitteilung vom Samstag. Dennoch würden mindestens 4000 Schülerinnen und Schüler von stark belasteten Lehrpersonen unterrichtet.

Obwohl sich die Studie nur auf Zürich bezieht, geht der Lehrerverband davon aus, dass für die restliche Schweiz ähnliche Werte resultierten.

Die Ergebnisse der Studie wurden den LCH-Delegierten am Samstag an ihrer Versammlung in Basel präsentiert. Durchgeführt hat diese Daniel Frey, ehemaliger Direktor des Schulgesundheitsdienstes der Stadt Zürich.

"Schwierige Schüler" sind belastend

Der Studienautor hat dabei nicht nur Lehrpersonen, sondern sämtliche Angestellte der Stadt Zürich befragt. Dieses Vorgehen erlaubt es, die Gesundheit von Lehrern mit anderen Berufen zu vergleichen.

Im Vergleich haben die Lehrkräfte dabei die höchste psychische Belastung. Rund 20 bis 40 Prozent von ihnen fühlen sich psychisch erheblich bis stark belastet und jede Fünfte ist der Auffassung, die Lehrtätigkeit beeinträchtige in starkem Masse die eigene Work-Life-Balance.

Als Belastungsfaktoren erweisen sich laut der Studie vor allem "schwierige Schüler", heterogene Klassen und zu viel Administration sowie Zeit- und Reformdruck.

Verband ortet Handlungsbedarf

Trotz dieser eindeutigen Befunde gehörten Lehrpersonen immer noch zu den sogenannten "unproblematischen" Berufsgruppen, kritisiert der LCH. Vor diesem Hintergrund fordert der Verband nun, Schulleitungen, Arbeitgeber und Bildungsdirektoren besser für dieses Thema zu sensibilisieren.

Als erste Massnahme will der Verband bis im Herbst die erste landesweit repräsentative Studie veröffentlichen. Diese soll auch eine Übersicht der Verantwortlichkeiten und Handlungsmöglichkeiten im Bereich Gesundheitsschutz und -förderung bieten.