1700 Fälle in einem Jahr ergibt durchschnittlich fast fünf pro Tag. «Die Zahl nimmt zu», sagt Jürg Walpen, Sprecher des Bundesamts für Migration (BfM gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Gemäss Dublin-Abkommen ist für die Behandlung eines Asylgesuches grundsätzlich derjenige Vertragsstaat zuständig, in welchem die Person ihren ersten Asylantrag gestellt hat. Reist der Asylsuchende in einen anderen Dublin-Staat weiter, wird ein neues Asylgesuch nicht behandelt und der Betroffene ins Erst-Antragsland zurückgewiesen.

1700 sind untergetaucht

Im Jahr 2011 verzeichnete das Bundesamt für Migration rund 7000 solche anerkannten Dublin-Fälle. Insgesamt wurden gemäss der Asylstatistik des Bundesamtes für Migration (BFM) gut 3600 asylsuchende Personen dem zuständigen Dublin-Staat überstellt. Es fehlen 3400 Personen. 1700 konnten aus verschiedenen administrativen und vollzugstechnischen Gründen noch nicht zurückgeschafft werden, die anderen 1700 sind untergetaucht und können somit nicht ausgeschafft werden. 

Dass diese Ausschaffungen scheitern, ist für den Bund vor allem aus einem Grund ärgerlich: Er hat alle Vorbereitungen für die Rückführung getroffen und Flugtickets für die abgewiesenen Asylsuchenden gekauft.

Kosten sind nicht bekannt

Die Tickets muss er wieder annullieren. «In praktisch allen dieser Fälle ist ein Flugticket gekauft worden», sagt Walpen dazu. «Die Annullierungs-Spesen der Airlines hängen aber von vertrags- und tarifspezifischen Kriterien ab und sind im Einzelfall unterschiedlich hoch.»

Wie viel die Annullationen den Bund insgesamt kosten, gibt das BfM nicht bekannt. Die Aufwendungen dürften aber allein im letzten Jahr mehrere Hunderttausend Franken betragen haben, möglicherweise sogar mehr als eine Million.