Corona-Virus
«Jeden Tag Fieber messen»: Schweizerin erlebt die Quarantäne in Wuhan – und will «möglichst schnell nachhause»

Fabienne Blaser studiert in Wuhan, von wo aus die Verbreitung des Corona-Virus ihren Anfang nahm. Die ganze Stadt ist derzeit mehr oder weniger von der Aussenwelt abgeschnitten.

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36,1 Grad. Die Körpertemperatur von Fabienne Blaser ist abermals unauffällig. «Die Uni lässt uns jeden Tag Fieber messen, das Resultat muss ich online einschicken», erzählt sie in einem Video, das sie selbst aufgenommen hat.

Fabienne Blaser studiert in Wuhan. Von hier aus hat sich das Corona-Virus 2019-nCoV verbreitet, es kann hohes Fieber und Atemwegserkrankungen auslösen, die bis zu Lungenentzündungen führen können. Und es ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Die chinesische Regierung hat die 11-Millionenstadt unter Quarantäne gestellt und auch umliegende Städte praktisch von der Aussenwelt abgeriegelt.

Keine Autos und kaum Menschen auf der Strasse – unterwegs in der Geisterstadt Wuhan:

Fabienne Blaser ist quasi in der Stast eingesperrt. «Man kann aus dem Zimmer hinausgehen in die Stadt, wenn man will», sagt sie. Dort ist ist es zurzeit wie ausgestorben, viele Läden sind geschlossen, Autos fahren kaum mehr. Auch der Supermarkt auf den Uni-Campus sei geschlossen. «Kanister mit Trinkwasser hat es offenbar noch genug», sagt Blaser.

«Freunde haben Gemüse geschickt»

«Bevor wir unter Quarantäne gestellt wurden, wusste ich nicht, wie ernst die Situation ist», erzählt sie. «Chinesische Freunde haben mir geholfen. Sie haben mir Gemüse geschickt.» Doch Fabienne Blaser will nur noch weg: «In meiner Situation ist es wohl am gescheitesten, das nächste Semester bleiben zu lassen und möglichst schnell nachhause zu reisen.»

Eine Ambulanz unterwegs auf einer leeren Brücke in Wuhan am Samstag, 25. Januar.
10 Bilder
Eine verkehrsfreie Kreuzung in Wuhan am 27. Januar.
Eingang zu einem verwaisten Park in Wuhan am Montag 27. Januar.
Leere Strassen in Wuhan. Gemacht hat das Foto der Arzt Khamis Hassan Bakari aus Tansania. Er ist einer von 4000 gestrandeten Afrikanern in China, mehrheitlich Studenten.
Siezt in Wuhan fest: Dr. Khamis Hassan Bakari aus Tansania.
Ein Sanitäter im Schutzanzug überbringt Medikamente für ein Spital in Wuhan am 26. Januar.
In dem gelben Sack trägt dieser Mann einen Riesensalamander, der aus dem Huanan Seafood Market in Wuhan ausgebüxt sein soll. Der Mark gilt als Ort des Ausbruches des Coronavirus.
Sanitäter bringen einen Patienten ins Spital.
Das medizinische Personal trägt Schutzanzüge.
Das Jinyintan-Spital in Wuhan, in dem mehrere Coronavirus-Patienten behandelt werden.

Eine Ambulanz unterwegs auf einer leeren Brücke in Wuhan am Samstag, 25. Januar.

Keystone

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten will Schweizern die Heimreise ermöglichen, wie der Tagesanzeiger am Dienstag berichtet. Auch Fabienne Blaser möchte mit Hilfe der Schweizer Botschaft ausreisen. «Hoffentlich bald.» (SRF/smo)

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