Schweiz
Jede elfte Person bezieht einmal im Leben Sozialhilfe

Lange war wenig bekannt darüber, wie lange und wie oft Menschen in der Schweiz Sozialhilfe beziehen. Eine Studie schätzt nun: Rund 9 Prozent sind mindestens einmal im Leben auf die Gelder angewiesen.

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Auch eine Familiengründung kann das Sozialhilferisiko erhöhen. (Symbolbild)

Auch eine Familiengründung kann das Sozialhilferisiko erhöhen. (Symbolbild)

Keystone

(gb.) Ein Forschungsbericht, den das Bundesamt für Sozialversicherungen am Donnerstag veröffentlicht hat, liefert neue Erkenntnisse zur Dauer und zur Häufigkeit von Sozialhilfebezug in der Schweiz. Mit Daten aus den Jahren 2011 bis 2017 war es den Autoren möglich, eine Aussage darüber zu machen, wie gross der geschätzte Anteil an Personen ist, die mindestens einmal im Leben Sozialhilfe beziehen.

Die Studie kommt zum Schluss, dass zwischen 8,7 und 9,1 Prozent aller 25- bis 63-jährigen in der Schweiz geborenen Menschen einmal in ihrem Erwerbsleben Sozialhilfe beziehen. Das wäre also rund jede elfte Person. Ist die Person im Ausland geboren, liegt die Schätzung gar zwischen 15,2 und 17,2 Prozent.

Bestimmte Lebensereignisse sind entscheidend

Ob jemand Sozialhilfebezüger wird, hängt oft von bestimmten Lebensereignissen ab. Als Beispiele nennt die Studie den Eintritt ins Erwerbsleben. Das erklärt auch, weshalb unter neuen Sozialhilfebezügern die Quote an jüngeren Personen besonders hoch ist. Ein weiteres Beispiel sind Scheidungen und Familiengründungen, die ebenfalls gerade bei jungen Erwachsenen ein Risiko darstellen und oftmals zu einer Bezugsdauer von mehreren Jahren führen können.