Der 62-jährige Hatoyama will sein Kabinett in rund zwei Wochen vorstellen, wenn ihn das Parlament formell als Regierungschef bestätigt hat. Er versprach dem von der schwersten Rezession seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gebeutelten Land eine Politik ohne "Arroganz".

Endlich sei seine Demokratische Partei (DPJ) in der Lage, eine neue Form der Politik zu gestalten, die die Erwartungen der Menschen erfülle, erklärte Hatoyama am Radio.

Seine Mitte-Links-Partei will das soziale Netz ausbauen. Sie tritt unter anderem für finanzielle Hilfen für Familien und das Recht auf weitgehend kostenfreie Bildung ein. Ferner sill sie die Kaufkraft der Bevölkerung zu stärken, Haushaltsausgaben verringern und die Macht der Bürokraten eindämmen.

Nach offiziellen Ergebnissen eroberte die DPJ bei der Abstimmung 308 der 480 Sitze im Unterhaus. Die seit mehr als 50 Jahren fast ununterbrochen regierenden Liberaldemokraten (LDP) von Regierungschef Taro Aso wurden hingegen von den Wählern abgestraft. Sie verloren 181 Mandate und kommen nun auf 119 Sitze im Parlament.

Der scheidende Regierungschef Aso erklärte seinen Rücktritt vom Vorsitz der LDP, um die Verantwortung für die historische Niederlage zu übernehmen. Die LDP habe es versäumt, die sozialen Probleme im Lande angemessen anzugehen, erklärte er selbstkritisch.

Einen Nachfolger will die Partei, die seit 1955 das Land fast ununterbrochen regiert hatte, am 28. September wählen.