Am Montag hatte der Minister eingeräumt, sich auf der Medienkonferenz nach dem Treffen der Finanzminister- und Notenbankchefs nicht richtig verhalten zu haben. Vorwürfe, er sei betrunken gewesen, wies er jedoch zurück. Er sei nach der Einnahme eines Erkältungsmittels benebelt gewesen, erklärte Nakagawa. An einem Glas Wein habe er nur genippt.

Bei der Medienkonferenz waren dem 55-Jährigen immer wieder die Augen zugefallen, er hatte offensichtlich Schwierigkeiten, Sätze zu bilden und zum richtigen Zeitpunkt zu antworten. In politischen Kreisen ist Nakagawa bekannt dafür, gern zu trinken.

Regierungschef Taro Aso nahm das Gesuch Nakagawas, eines seiner engsten Vertrauten, laut Medienberichten an. Kurz zuvor hatte Nakagawa noch erklärt, er wolle erst nach der Verabschiedung des neuen Staatshaushalts zurücktreten.

Zum Nachfolger ernannte Aso seinen Minister für Wirtschafts- und nahm Fiskalpolitik, Kaoru Yosano, der fortan beide Ämter zusammen ausüben soll.

Für Aso kommt der Rücktritt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Er sieht sich mit stark gesunkenen Popularitätswerten konfrontiert, während die spätestens im Oktober anstehenden Wahlen immer näher rücken.

Japan steht auch wirtschaftlich nicht gut da: In der weltweiten Krise hat das Land Ende vorigen Jahres den grössten Konjunktureinbruch seit der Ölkrise im Jahr 1974 erlitten.