IAEA

Japaner Amano formell zum neuen IAEA-Generaldirektor ernannt

Ein Japaner ersetzt einen Ägypter bei der IAEA

Ein Japaner ersetzt einen Ägypter bei der IAEA

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat den Japaner Yukiya Amano zum neuen Generaldirektor ernannt. Der Nachfolger des Ägypters Mohamed al-Baradei hatte Anfang Juli im vierten Wahlgang die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit im IAEA-Gouverneursrat erhalten.

Die Delegierten der 150 IAEA-Staaten billigten auf ihrer Vollversammlung nun in Wien die Wahl des 62-Jährigen, der am 1. Dezember sein Amt für vier Jahre antritt.

Amano vertritt seit September 2005 die Interessen seines Landes bei der IAEA. Seine Karriere begann er in den 1970er Jahren im japanischen Aussenministerium, wo er sich als Abrüstungs- und Nuklearexperte profilierte. Er leitete die Wissenschafts- und Atomenergie-Abteilungen seines Ministeriums und nahm an zahlreichen internationalen Verhandlungen zur Begrenzung von Atomwaffen teil.

Amano galt bei der Wahl zum IAEA-Chef als Favorit der Industrienationen. Sein Vorgänger Al-Baradei scheidet Ende November nach zwölf Jahren aus dem Amt.

Die IAEA kontrolliert seit 1970 die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags, der verhindern soll, dass in der Atomindustrie waffenfähiges Material zum Bau von Bomben abgezweigt wird. 2005 erhielt die Behörde zusammen mit Al-Baradei den Friedensnobelpreis.

Al-Baradeis Nachfolger steht vor grossen Herausforderungen. Sorgen bereitet der internationalen Gemeinschaft Nordkorea, das Ende Mai zum zweiten Mal eine Atombombe testete und zudem nach eigenen Angaben an der Herstellung von waffenfähigem Uran arbeitet. Auch im Atomstreit mit dem Iran sind die Fronten weiter verhärtet.

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