James Jones räumt erstmals offen Fehler bei Afghanistan-Einsatz ein

James Jones mit deutschem Minister Jung

James Jones mit deutschem Minister Jung

Der neue Sicherheitsberater der US-Regierung, der frühere Oberbefehlshaber General James Jones, hat erstmals offen Fehler in der Afghanistan-Politik eingeräumt.

Die NATO und die internationale Gemeinschaft hätten das Ausmass der Probleme in der gesamten Region zu spät erkannt und den Aufbau der Polizei und des Rechtssystems zu spät vorangetrieben, sagte Jones an der Münchner Sicherheitskonferenz.

"Wir haben uns zu sehr auf den militärischen Aufbau konzentriert." Die Bekämpfung des Drogenanbaus sei unzureichend und die internationale Koordinierung des Einsatzes in Afghanistan mangelhaft.

Ähnliche Worte fand auch der US-Sondergesandte Richard Holbrooke. "Ich habe noch nie so etwas wie das Chaos gesehen, das wir geerbt haben", sagte Holbrooke. Afghanistan sei anders als alle anderen Probleme, mit denen die USA konfrontiert gewesen seien. "Meiner Meinung nach wird es sehr viel schwieriger werden als im Irak", sagte Holbrooke.

US-Präsident Barack Obama hatte Holbrooke Ende Januar zum Sondergesandten für Afghanistan und Pakistan berufen. Diesen Posten gab es unter seinem Vorgänger George W. Bush zuletzt nicht.

Der 67 Jahre alte Holbrooke war als US-Balkanbeauftragter einer der Architekten des Dayton-Abkommens, das 1995 den Bürgerkrieg in Bosnien beendete. Anfang der 90er Jahre war Holbrooke US-Botschafter in Deutschland.

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