Jahreswechsel

Jahreswechsel in der Schweiz verläuft recht friedlich

Finnischer Neujahsbrauch am Genfersee

Finnischer Neujahsbrauch am Genfersee

In der Schweiz haben Hunderttausende das alte Jahr verabschiedet und das neue begrüsst, mit Feuerwerk und Glockengeläute. Allein die Feuerwerke in Zürich und Basel lockten Zehntausende. Für die Polizeien war das Silvester friedlicher als auch schon.

In Zürich beobachtete eine riesige Menge das bombastische, 20-minütige Feuerwerk am "Silvesterzauber" der Zürcher Hoteliers. Rund ums Seebecken drängten sich mehrere zehntausend (Polizeiangaben) bis gegen 200'000 (Organisatoren) Menschen. Die zum ersten Mal eingesetzten so genannten "Crowd Spotter" bewährten sich.

"Crowd Spotter" in Zürich bewähren sich

Aufgabe dieser Beobachter war es, wo sich welche Menschenmengen entwickelten und dies laufend an die Zentrale zu melden, wie Thomas Irniger vom Organisationskomitee erklärte. Mit Megafonen hätten die Spotter die Besucher gegebenenfalls umleiten können.

Aus polizeilicher Sicht verlief der "Silvesterzauber" grösstenteils problemlos, wie die Stadtpolizei am Mittwoch mitteilte. Zwei Personen wurden verletzt: Ein Fahrgast griff einen Busfahrer der Stadtzürcher Verkehrsbetriebe an und verprügelte ihn.

Beim Bahnhof Stadelhofen wurde ein Mann am Kopf verletzt, weil jemand in der Menschenmenge, die auf das grosse Feuerwerk wartete, trotz Verbots mehrere Feuerwerkskörper gezündet hatte. Auch verhaftete die Polizei mehrere mutmassliche Diebe.

Spektakel und Gottesdienst in Basel

In Basel kam die Bevölkerung in der Silvesternacht bereits zum 14. Mal in den Genuss eines Feuerwerks. Gezündet wurde es am Mittwoch eine halbe Stunde nach Mitternacht. Zehntausende verfolgten das Spektakel mit, wie das Justiz- und Sicherheitsdepartement mitteilte.

Finanziert wurde das Spektakel von Privaten sowie vom Swisslos-Fonds Basel-Stadt. Die Organisatoren des Feuerwerks kredenzten der Bevölkerung kostenlos Glühwein. Besinnlicher ging es auf dem Münsterplatz zu, wo mit dem Stadtposaunenchor gefeiert wurde. Kurz nach Mitternacht fand im Münster ein kurzer Gottesdienst statt.

Für die Polizei- und Rettungsdienste der Stadt Basel bewegte sich die Zahl der Einsätze im Vergleich mit früheren Jahren laut einer Mitteilung im normalen Rahmen. Insgesamt 190 Notrufe gingen auf der Einsatzzentrale ein. Sanitäter hatten rund 50 Einsätze zu leisten, die Hälfte davon wegen Alkoholkonsums.

Ruhige Nacht im Berner Inselspital

Das Berner Inselspital vermeldete eine vergleichsweise ruhige Silvesternacht. Die Zahl der in den Notfallstationen behandelten Kinder und Jugendlichen war rund halb so hoch wie vor einem Jahr, und es mussten keine betrunkenen Jugendlichen betreut werden.

In der "Insel" wurden laut der Mitteilung in der Nacht auf Mittwoch 52 Kinder und Jugendliche notfallmässig versorgt. Vor einem Jahr waren es 102 gewesen. Erwachsene Patientinnen und Patienten kamen 37 ins Notfallzentrum. Im Vorjahr waren es 45 gewesen.

Die Stadt Genf hatte für den Jahreswechsel zu einer musikalischen Soirée auf der Plaine de Plainpalais geladen. Bis spät in die Nacht waren zudem die Bahnen eines Luna-Parks in Betrieb. Die Stadt hatte den Abend in letzter Minute selbst organisiert, nachdem die Vergabe an private Organisatoren juristisch angefochten worden war.

Finnischer Brauch in Genf

Rund 60 Hartgesottene stiegen in Genf am Neujahrsmorgen in den 7 Grad kalten See, bei Sonnenschein und einer Lufttemperatur von 8 Grad. Beim Bad im eiskalten Wasser prosteten sie sich zu und wünschten sich Glück im 2014. Nach Genf gebracht wurde dieser seit 20 Jahren praktizierte Neujahrsbrauch von einem Finnen.

In St. Gallen und in Bern fanden keine offiziellen Silvesterfeiern statt. In St. Gallen trafen sich nach Polizeiangaben mehrere tausend Feiernde bei schöner Stimmung auf dem Klosterplatz beim riesigen Christbaum. Nur wenige Unverbesserliche hielten sich nicht ans Feuerwerkverbot. Vier Personen wurden deshalb angezeigt.

Die Bündner Kantonspolizei hatte wegen Nachtruhestörungen, Streitereien, Schlägereien in der Silvesternacht rund 80 Einsätze zu leisten, wie sie mitteilte. In Arosa GR verletzte sich eine Frau beim Abbrennen einer Rakete an der Hand. Unvorsichtiger Umgang mit Feuerwerk führte in Schmitten GR im Albulatal zu einem Hausbrand.

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