Soziale Dienste Lenzburg
Ja zu den zusätzlichen Stellenprozenten

Nicht nur die Amtsvormundschaft, auch die Mütter- und die Familienberatung des Bezirks Lenzburg versinken in Arbeit. Da noch nicht klar ist, welche Synergien sich dereinst aus der Zusammenlegung der drei sozialen Dienste ergeben werden, bewilligten die Gemeinden des Bezirks Lenzburg die umstrittenen Stellenerhöhungen.

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Aargauer Zeitung

Irena Jurinak

Die Gemeinden entschieden am Donnerstagabend gegen die Empfehlung der Gemeindeammännerversammlung und bewilligten nicht nur eine Stellenaufstockung bei der Amtsvormundschaft, sondern auch bei der Mütter- und Väterberatung sowie der Jugend-, Ehe- und Familienberatung (JFB) des Bezirks Lenzburg. Das Argument, die geplante Zusammenlegung der drei sozialen Dienste unter einem Dach entschärfe die Situation, überzeugte die Vertreter der Verbandsgemeinden nicht.

Keine präventive Sparrunde

«Die Mütterberatung kommt mit ihrer Dienstleistung ins Dorf, wo können hier Synergien genutzt werden?», fragte Mario Kesselring, Gemeinderat in Hendschiken. Ähnlich argumentierte Markus Jägle aus Rupperswil: «Die Leistungen müssen erbracht werden, das hat nichts mit der Zusammenlegung zu tun.» Man könne nicht präventiv einen Ausbau verhindern. 10 der 16 anwesenden Gemeindevertreter stimmten der Pensenerhöhung bei der JFB um 60 Prozent zu, 5 lehnten sie ab.

Auch die Erhöhung des Stellenetats um 20 Prozent bei der Mütterberatung nahmen die Gemeinden an. Damit bezahlen sie neu einen Betrag von Fr. 6.30 pro Einwohner. Die Mütterberatung wird die zusätzlichen Stellenprozente dazu nutzen, angefallene Überstunden abzubauen. Die Arbeiten im Bereich Stellenleitung, Sekretariat, Buchhaltung und Personalwesen werden weiterhin von den Vorstandsmitgliedern ehrenamtlich erbracht.

Bei der Amtsvormundschaft bewilligten die Gemeinden mit 13 Ja- gegen 2 Nein-Stimmen eine Stellenaufstockung um 300 Prozent, 210 bei den Amtsvormündern und 90 Prozent im Sekretariat. Zu diskutieren gaben schliesslich noch die Leistungskataloge der drei Beratungsstellen. Kathrin Härdi, Gemeindeammann von Brunegg, wandte ein, die drei Dienstleister müssten sich ergänzen und einander keine Kunden wegnehmen. Es müsse klar sein, was ins Leistungsangebot gehöre und was der Kernauftrag der Beratungsstellen sei. «Wir müssen nicht alles anbieten.»

Silvana Richner, Präsidentin der Mütterberatung und Gemeinderätin in Hunzenschwil, wandte ein, die Leistungsverträge basierten auf dem Gesundheitsgesetz, weshalb man kaum Spielraum habe. «Was dem Gesetz entspricht, muss von der Gemeinde übernommen werden.» Die Leistungsverträge müssen aufgrund des neuen Gesundheitsgesetzes auf das nächste Jahr angepasst werden.

Rohentwurf der Satzungen da

Simon Läuchli, Gemeindeammann in Holderbank und Präsident der Arbeitsgruppe, informierte über das Projekt der Zusammenlegung der sozialen Dienste. Ein Rohentwurf der Satzungen liege vor, im Herbst soll an Gemeindeversammlungen darüber abgestimmt werden. Im Weiteren müsse noch entschieden werden, ob man bei der derzeitigen Kostenverteilung bleibe - einem Pro-Kopf-Beitrag pro Einwohner - oder zu einem System mit Sockelbeitrag und auf Fallzahlen basierendem Gemeindebeitrag wechseln solle. In der Arbeitsgruppe arbeiten die Präsidenten der drei Organisationen mit, Jutta Meier-Dommen, Peter Grusche und Silvana Richner, sowie Kathrin Härdi und Heidi Berner, Stadträtin in Lenzburg.

Auf Mario Kesselrings Frage, was die Zusammenlegung denn bringe ausser einem grösseren Verwaltungsaufwand, erläuterte Simon Läuchli, dass beispielsweise in der gemeinsamen Informatik, Buchhaltung, im Qualitätsmanagement sowie in einem professionelleren Auftritt Sparpotenzial liege.

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