Wahl-Affäre

«Izzy»-Komiker platzt in SVP-Veranstaltung – und wird vor die Tür gesetzt

"Izzy"-Komiker platzt in SVP-Veranstaltung - und wird vor die Tür gesetzt

«Schlagen Sie zu!»: Cedric Schild will «Freecedi»-Shirts verkaufen und Blumen verteilen – SVP-Nationalrat Alfred Heer ist das zu viel.

Wahlbetrug und Bestechung: SVP-Kantonsratskandidat Stefan Locher tappte in eine Falle des Jugendmagazins «Izzy». Als er sich am Freitag vor den Medien entschuldigt, platzt der verantwortliche Redaktor und Komiker herein. Und verkauft T-Shirts für allfällige Anwaltskosten.

Am Freitag musste sich Stefan Locher, Zürcher SVP-Kantonsratskandidat, vor den Medien entschuldigen. Der Grund: Er duldete einen möglichen Wahlbetrug eines verdeckten Journalisten.

Eben dieser Journalist des Jugendmagazins «Izzy» mischte sich am Freitag lautstark unter die Medienvertreter der Veranstaltung im Hotel Glockenhof in Zürich. Cedric Schild war es, der Stefan Locher mit seinem Telefonstreich die fragwürdigen Aussagen entlockte und diese in einem Beitrag mit dem Titel «Wie weit ein Politiker geht, um gewählt zu werden» publik gemacht hatte.

«Bei Ihnen ein L»

Schild tauchte mit einer Bauchlade auf und bot Shirts mit dem Aufdruck «Freecedi» feil, wie Videoaufnahmen von Tele Züri zeigen. «Ich muss Anwaltskosten decken, es werden vermutlich rechtliche Schritte gegen mich eingeleitet», verkündete Schild. Zu jedem verkauften T-Shirt gebe es einen Blumenstrauss gratis dazu, so der Komiker in Anspielung auf Stefan Lochers Aussagen am Telefon. «Keine Bestechung, es handelt sich dabei um einen Rabatt.»

Stefan Locher gab am Telefon Anweisungen, die im Wahlkampf verboten sind.

Stefan Locher gab am Telefon Anweisungen, die im Wahlkampf verboten sind.

Während sich Stefan Locher bei Cedric Schilds Auftritt dezent im Hintergrund hielt, platze SVP-Nationalrat Alfred Heer der Kragen. Er wollte weder ein Shirt kaufen – «Ein L bei Ihnen wahrscheinlich» – und auch keinen geschenkten Blumenstrauss, sondern forderte Schild mit Nachdruck auf, die Veranstaltung zu verlassen.

Die SVP wurde den Störefried aber nur kurz los. Wenig später erschien Cedric Schild wieder im Saal, um Stefan Locher einen Blumenstrauss anzubieten. Diesmal setzte ihn SVP-Kantonalpräsident Mauro Tuena vor die Tür. (smo)

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