Zum Thema Guantánamo unterhielt sich Pelosi mit dem italienischen Parlamentspräsidenten Gianfranco Fini. "Unsere Gesetzeslage lässt es nur zu, von der italienischen Justiz verurteilte Personen aufzunehmen, und so weit ich weiss, gibt es keine italienischen Staatsbürger in Guantánamo", erklärte Fini.

In Rom war in den letzten Tagen eine heftige Debatte über eine mögliche Aufnahme von Insassen des Gefangenenlagers ausgebrochen.

Italien sei bereit, Gespräche mit den USA darüber zu führen, sagte Verteidigungsminister Ignazio La Russa noch am Freitag. Italien müsse seine Rolle im Kampf gegen den internationalen Terrorismus spielen und daher Guantánamo-Häftlinge aufnehmen.

Der Minister reagierte damit auf einen Appell von US-Vizepräsident Joe Biden, der kürzlich bei der Sicherheitskonferenz in München um die Hilfe ausländischer Partnerländer bei der angekündigten Schliessung von Guantánamo binnen eines Jahres gebeten hatte.

Gegen La Russas Vorschlag wehrte sich Innenminister Roberto Maroni. "Die USA sind gross genug, sie können die Sträflinge anderswo unterbringen", sagte der Minister. Kritisch über den Vorschlag des Verteidigungsministers äusserte sich auch Oppositionschef Walter Veltroni.

In der Europäischen Union gibt es bisher keine einheitliche Haltung zur Aufnahme von Guantánamo-Häftlingen. In der Schweiz stellte der Bundesrat in Aussicht, die Aufnahme von Ex-Häftlingen zu prüfen.