Islam
ISZR: Nicholas und seine Brüder

Der Islamistische Zentralrat der Schweiz startet im Sommer ein Internetfernsehen. Gleichzeitig werden wenig schmeichelhafte Gerüchte über das Doppelleben über Nicholas Blancho bekannt.

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Schweizer Muslime haben wohl bald ihren eigenen Fernsehkanal. Auf der Menüliste stehen Polittalks, ein «vertiefendes Wochenmagazin aus islamischer Perspektive» und «Serienpredigten» in arabischer, bosnischer und albanischer Sprache. Dies berichtet die «Sonntagszeitung». Fernsehstudio und Produktionstaum sollen bis im Sommer fertig sein. Kostenpunkt: 60 000 Franken. Für den Betrag kommt der Islamistische Zentralrat mit seinem Präsidenten Nicolas Blancho aus Biel auf. Offenbar soll das oberste Informationsziel sein, die Schweizer Muslime über das Weltgeschehen und insbesondere die Schweizer Politik zu informieren. Noch ist nicht klar, ob auch muslimische Frauen einen Platz im Internetfernsehen von Blancho und seinen Brüdern haben werden.

Woher kommt das Geld?

Die Gegener des ISZR bezeichnen diese radikale Bewegung als fundamentalistisch und menschenfeindlich. «Alle namhaften Exponenten muslimischen Glaubens darüber einig sind, dass der salafistische, von Schweizer Konvertiten geführte «Zentralrat der Muslime» den Muslimen in der Schweiz nachhaltig schadet», sagt Saida Keller-Messahli, Präsidentin des Forums für einen Fortschrittlichen Islam. Prinzipiell hat Hafid Quardiri, früherer Leiter der Genfer Moschee, nichts gegen die Lancierung eines Internetfernsehen mit rein muslimischen Inhalten.

Es sei immer gut, über einen Kommunikationskanal zu verfügen, lässt Quardiri der Zeitung «Le Matin» ausrichten. Blancho würde mit seinem Angebot einem echten Bedürfnis Rechnung tragen. Rund um die Polemik der Minarettintitiative hätten die Muslime keine Möglichkeit gehabt, ihre Stellungnahme oder Wahlempfehlungen zu kommunizieren.

Umstritten dürfte die Finanzierung sein. Gemässigte Muslime und Systemkritiker etwa sind der Überzeugung, dass der ISZR sich durch Saudi-Arabische Ölscheichs finanziert. Keller-Messerli mahnt an, wachsam zu sein, was die Vereinnahmung des Islams durch radikale konvertierte Schweizer angeht.» Man solle sich, so Keller-Messahli in ihrem Blog auf newsnetz.ch, vielmehr fragen, «woher das Geld kommt und wer hier Einfluss nehmen will». Auch Oscar Freysinger, SVP-NAtionalrat sagt, pocht auf eine kritische Überprüfung der Geldquellen des ISZR.

Polygamie ganz normal

Dass die vielbeschworene Parallelgesellschaft von Blancho, Illi und Co. wohl nur ein vordergründiges Zeil ist, zeigt die Recherche der «Sonntagszeitung» unter den muslimischen Frauen. Diese bezichtigen Blancho der Polygamie. So soll er mit einer Zweitfrau in Bern zusammenleben, während Erstfrau und Kinder in Biel wohnen würden. Auch Quaasim Illis erste Frau Nora, eien konvertierte Schweizerin, würde mit ihren vier Kindern in Kario leben, währenddessen Illi selbst mit einer neuen Liebe in Bern zusammenlebe. (cls)