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Ist mehr als nur ökologisch

Die BKW Energie AG interpretiert den Begriff Nachhaltigkeit umfassender als nur «ökologisch». Laut dem Stromkonzern gehören auch Wirtschaft und Gesellschaft dazu.

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Berner Rundschau

Bruno Utz

«Strom muss jederzeit verfügbar sein, darf nicht viel kosten und soll die Umwelt schonen». Diesen Ansprüchen der Gesellschaft habe sich die BKW Energie AG zu stellen, erklärte gestern bei der Vorstellung des Nachhaltigkeitsberichts 2008 Hermann Ineichen. Der Leiter Energie Schweiz der BKW verwies auf die zwei Hauptsäulen der inländischen Stromproduktion: der Wasserkraft und der Atomenergie.

«Daneben nehmen die neuen erneuerbaren Energien einen immer wichtigeren Platz ein.» Ineichen nannte neue Energien aus Wind, Kleinwasserkraftwerken und Biomasse. Im Ausland setze die BKW einerseits auf Wasserkraft, andererseits zusätzlich auf moderne Gas- und Kohlekraftwerke.

Letztere seien eine Übergangslösung bis ein neues Atomkraftwerk in Mühleberg gebaut sei. Das gelte sowohl für die Werke im Ausland wie auch für das Gaskraftwerk in Utzenstorf. Laut Ineichen sind die geplanten «höchstmodernen» Gas- und Kohlekraftwerke in Deutschland und Italien nachhaltig.

«Sie ersetzen veraltete Werke mit einem deutlich schlechteren Wirkungsgrad und klar höherem CO2-Ausstoss. Nachhaltigkeit heisst für uns, die Balance zwischen vernünftigen Kosten, ökologischen Interessen und einer sicheren und flächendeckenden Stromversorgung zu finden», zog Ineichen ein Fazit.

1988 mit Stromsparclub begonnen

Die vom Bund im Februar 2007 definierte Schweizerische Energiepolitik mit den drei Säulen Grosskraftwerke, neue erneuerbare Energien und Energieeffizienz habe die BKW damals bereits seit fast 20 Jahren vorgelebt. «Wir gründeten 1988 den Stromsparclub, der bei den Kundinnen und Kunden gezielt mit Aktionen und Beratung die effiziente Energieanwendung förderte», erinnerte Martin Pfisterer, Präsident der für die erneuerbaren Energien zuständigen BKW-Tochter sol-E Suisse.

Nur zwei Jahre später habe die BKW zusammen mit Partnern zur Förderung der Fotovoltaik die Gesellschaft Mont Soleil gegründet und dort das Sonnenkraftwerk gebaut. Das internationale Testzentrum vom Mont-Soleil gehöre heute zu den bedeutendsten privaten fotovoltaischen Forschungsstätten der Schweiz.

Pfisterer nannte auch das Solarschiff MobiCat - auf diesem seit 2001 auf dem Bielersee verkehrenden Katamaran fand die Pressekonferenz statt - die Sonnenkraftwerke auf dem Stade de Suisse, dem Jungfraujoch und dem Klein Matterhorn als wichtige Meilensteine dieser «hoffnungsvollen Technologie». Neuen Sonnenkraftwerke realisiere sol-E Suisse derzeit in Payerne - für Solarimpulse von Bertrand Piccard - und auf einer Fabrikhalle von Alstom in Birr AG.

Ambitiöse Zielsetzungen

Laut Pfisterer untermauern all diese Projekte ebenso die führende Stellung der BKW bei den neuen erneuerbaren Energien in der Schweiz, wie das seit 1995 auf dem Mont-Croisin im Berner Jura Strom produzierende Windkraftwerk. Die BKW-Gruppe habe sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 rund 2,5 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr mit neuen erneuerbaren Energien zu produzieren. Das sei rund fünf Mal mehr als heute. Dafür investiere die BKW rund zwei Milliarden Franken.

80 Millionen Tonnen CO2 weniger

Direktionspräsident Kurt Rohrbach unterstrich die Notwendigkeit, das bestehende AKW Mühleberg zu ersetzen. Ein neues Werk erlaube es der BKW, die weitgehend CO2-freie Stromproduktion zu erhalten. Wäre in den 1970er-Jahren an Stelle von «Mühleberg» das als Variante auf dem Jolimont bei Erlach vorgesehene Ölkraftwerk gebaut worden, hätte das den Ausstoss von zusätzlichen 80 Millionen Tonnen CO2 zur Folge gehabt.

Der erste Nachhaltigkeitsbericht sei eine Bestandesaufnahme bestehender Daten. Dieses System wolle die BKW in Zukunft weiter entwickeln. Weitere Nachhaltigkeitsberichte würden folgen. Rohrbach: «Dabei darf aber eine angemessene Verzinsung unseres Kapitals - auch eine Ressource - nicht vergessen werden.»

Der Bericht ist auf der Webseite der BKW aufgeschaltet: www.bkw-fmb.ch