Coronaskeptiker

Ist er ein Corona-Skeptiker? Darum trat Ex-SRF-Moderator Reto Brennwald an der Demo auf

Reto Brennwald stand jahrelang für SRF im Einsatz.

Reto Brennwald stand jahrelang für SRF im Einsatz.

Von der TV-«Arena» an die Kundgebung gegen die Coronamassnahmen: Ex-Moderator Reto Brennwald wurde am Samstag von Coronaskeptikern bejubelt. Er dreht einen Dokfilm über die Kollateralschäden des Lockdowns.

Der Komiker Marco Rima war da, genau wie der Satiriker Andreas Thiel. Leute, die man mittlerweile an Demos gegen die Coronamassnahmen erwartet. Als am Samstag in Zürich teils gegen die «Coronalüge» und teils gegen die Massnahmen demonstriert wurde, tauchte auf der Bühne aber ein unerwartetes Gesicht auf: der ehemalige SRF-Journalist Reto Brennwald, bekannt als früherer Moderator der Sendungen «Arena» und «Rundschau».

Gut gelaunt tritt er im Kurzarmhemd und mit einem um die Taille gebundenen Pullover auf die Bühne. Brennwald erzählt, dass ihm während der Coronakrise gesagt wurde, er positioniere sich seltsam, stelle komische Fragen: «Das hat mich irritiert. Ich dachte immer, es sei mein Berufszweck, Fragen zu stellen.» Die 500 Demoteilnehmer bejubeln den Profirhetoriker. Dann erzählt er, warum er wirklich auf der Bühne ist. Um Werbung für seinen Film «Unerhört!» zu machen.

Seit Juni hat Brennwald den Dokfilm auf eigene Kosten und noch ohne Abnehmer produziert. Letzte Woche ging der Trailer online. Klar ist: Der Film wird ein Kontrapunkt zur vorherrschenden Meinung. Es geht um die «Unerhörten»; um die Kollateralschäden des Lockdowns, nicht um die 2000 Schweizer, die bereits an Corona gestorben sind. Neben Interviews mit Staatsrechtlern und Ärzten kommen viele Demonstranten zu Wort. Brennwald sagt auf Anfrage von CH Media: «Ich finde es wichtig, mit diesen Menschen zu reden und nicht nur über sie.»

Sich selbst will Brennwald nicht «Coronaskeptiker» nennen. Er sei eher ein «Massnahmenskeptiker», der sich frage, wieso die Schulen so lange geschlossen blieben. Brennwald beantwortet die Fragen nur schriftlich. Die Sache sei «heikel».

Zürich: Rund 500 Personen demonstrieren gegen die Corona-Massnahmen

Zürich: Rund 500 Personen demonstrieren am Samstagnachmittag gegen die Corona-Massnahmen

Wenn Brennwald als Journalist auf der Demo war, warum ging er auf die Bühne? Er sagt, der Profi-Velofahrer Andrea Clavadetscher sei vor ihm spontan auf der Bühne gewesen und habe geschildert, wie sehr der Sport unter den Massnahmen leide. «Da entschied ich mich, ebenfalls spontan auf die Bühne zu gehen.» Er habe gesehen, dass die grosse Mehrheit der Demonstranten keine Extremisten seien, sondern Menschen, die Fragen hätten. «Also hielt ich ein Plädoyer für den kritischen Dialog und erlaubte mir einen kleinen Werbespot für meinen Film», sagt Brennwald.

Brennwald braucht Geld

Geworben hat er auch um Geld. Für den Dok-Film hat Brennwald ein Crowdfunding gestartet. Zusammengekommen seien bisher 25'000 Franken, wie er sagt. Um die Unkosten zu decken, bräuchte er 50'000 Franken. Bisher ist noch unklar, wo der Film zu sehen sein wird. Brennwald will zunächst versuchen, zwei oder drei Kinopremieren zu organisieren und danach TV-Stationen angehen. Darunter auch seine alte Heimat, die Sender von SRF.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1