Bahn 2030

Ist der Wisenbergtunnel noch zu retten?

Der Wisenbergtunnel soll den Hauenstein-Basistunnel entlasten

Hauenstein-Basistunnel

Der Wisenbergtunnel soll den Hauenstein-Basistunnel entlasten

Ist der Aargauer Regierungsrat allenfalls doch bereit, sich an einer Vorfinanzierung des Wisenbergtunnels zu beteiligen? Man weiss es nicht.

Nach den Entscheiden des Bundes zur Bahn 2030 ist die Realisierung eines neuen Juradurchstichs, des Wisenbergtunnels, in weitere Ferne denn je gerückt. Das sah der Fricktaler Grossrat Roland Agustoni (damals noch SP, mittlerweile grünliberal) schon letztes Jahr kommen und verlangte in einem Postulat, der Aargau habe sich zusammen mit den Kantonen Jura, Solothurn und beiden Basel für den Tunnel auf die Hinterbeine zu stellen und gegebenenfalls auch eine Vorfinanzierung des Projekts zu prüfen.

Der Vorstoss war gestern zur Behandlung im Grossen Rat traktandiert, dazu reichte es aber nach einer ausufernden Debatte über die von SP und Grünen geforderte Abschaltung der Atomkraftwerke Beznau I und II nicht mehr. In seiner Stellungnahme war der Regierungsrat zwar bereit, das Postulat entgegenzunehmen, allerdings mit einer Einschränkung: Man sei der Ansicht, die Finanzierung der nationalen Bahninfrastruktur sei Sache des Bundes und lehne deshalb die Vorfinanzierung von Projekten des nationalen Eisenbahnnetzes grundsätzlich ab.

Nachdem sich die Ausgangslage möglicherweise etwas geändert und der Bund den Wisenbergtunnel nun tatsächlich zuhinterst auf die Prioritätenliste von Bahn 2030 gesetzt hat, nutzte Grossrat Agustoni gestern die Gelegenheit, sein Anliegen noch einmal mit einer persönlichen Erklärung zu untermauern. Die Regierungen von Basel-Landschaft und Basel-Stadt würden seit kurzem ebenfalls dazu neigen, die Möglichkeit einer Vorfinanzierung des für den Aargau unentbehrlichen Wisenberg-Projekts ins Auge zu fassen. Er verlange ja nicht mehr als die Möglichkeit zumindest ernsthaft zu prüfen, so Agustoni. Er führt ins Feld, dass Genf, Waadt, Zug, Luzern und auch Zürich diesen Weg gehen und so die Realisierung von für sie wichtigen Projekten erreicht hätten.

Was dem Fricktaler Politiker nicht ganz einleuchtet: Der Aargau beteilige sich an der Vorfinanzierung der Durchmesserlinie im Bahnhof Zürich mit dem Argument, dass auch der Kanton davon profitiere. Warum komme das Gleiche dann beim Wisenbergtunnel nicht in Frage, der ebenso essenziell sei? (mou)

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