EU

Island übergibt offiziell Antrag auf EU-Mitgliedschaft

Die Aussenminister Islands und Schwedens

Die Aussenminister Islands und Schwedens

Island hat in Stockholm formell Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) gestellt. Der isländische Aussenminister Össur Skarphédinsson reichte den Antrag bei seinem schwedischen Amtskollegen Carl Bildt ein.

Schweden hat derzeit für sechs Monate den EU-Ratsvorsitz inne. Zur Dauer der Beitrittsgespräche wollte sich keiner der beiden Politiker äussern. Aus EU-Kreisen verlautete bisher, dass ein Beitritt zwischen 2011 und 2013 möglich sein könnte.

Hintergrund des isländischen Wunsches auf eine EU-Mitgliedschaft ist die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise. Der kleine Inselstaat mit 320'000 Einwohnerinnen und Einwohnern steht nach dem Zusammenbruch der grossen Banken am Rand des Staatsbankrotts.

Das isländische Parlament hatte erst vor einer Woche den EU-Plänen der Regierung in Reykjavik zugestimmt. Derzeit verhandelt die EU mit der Türkei und Kroatien über einen Beitritt. Diese Verhandlungen dürften sich aber noch über längere Zeit hinziehen.

Island ist Mitglied der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), zu der auch die Schweiz, Norwegen und Liechtenstein gehören. Bis der EU-Beitritt Islands Tatsache ist, wird das Land seine EFTA-Mitgliedschaft nicht künden. Denn zuletzt muss noch das isländische Volk dem EU-Beitritt zustimmen, das bisher der EU eher skeptisch gegenüber stand.

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