Imam-Ausbildung

Islam: Bund will sich nicht in die Ausbildung von muslimischen Geistlichen einmischen

Imam in einer kleinen Moschee im Tessin (Archiv)

Imam in einer kleinen Moschee im Tessin (Archiv)

Keine Regelung für arabische Geistliche: Die Ausbildung eines Iman liege in der Kompetenz der Kantone und ihrer Hochschulen, schreibt die Landesregierung in einer Antwort auf eine Interpellation.

Da in der Schweiz die Kantone Träger der Hochschulen sind, will der Bundesrat die Frage in die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK) einbringen, dem gemeinsamen Organ von Bund und Kantonen für die Universitätspolitik.

Die Ausbildung von Imamen und die Entwicklung der islamischen Religionspädagogik an Schweizer Hochschulen erachtet der Bundesrat nämlich als religionspolitisch und akademisch relevante Aufgabe.

Aufgeworfen hatte die Frage der FDP-Nationalrat Hughes Hiltpold (GE), nachdem eine letzten Juli publizierte Nationalfondsstudie zum Schluss gekommen war, dass in der Schweiz eine solche Ausbildung sowohl von den Musliminnen und den Muslimen als auch von den Behörden und Hochschulen gewünscht wird.

Seien Imame mit den hiesigen Verhältnissen vertraut, würden sie zu einem wichtigen Integrationsfaktor für die muslimische Gemeinschaft.

Welche Rolle der Staat bei der Religionsausbildung genau spielen soll, blieb in der Studie offen. Wie der Bundesrat schreibt, gibt es keinen Konsens über die Modalitäten der Religionsausbildung. Einigkeit herrscht hingegen darüber, dass die Imam-Ausbildung akademischer Natur sein und an einer Hochschule erfolgen soll.

Der Wunsch nach einer Imam-Ausbildung in der Schweiz war vor einigen Jahren von Muslimen in der Schweiz ausgegangen. Hintergrund war ein Unbehagen darüber, dass viele islamische Geistliche in Europa nicht mit den europäischen Verhältnissen vertraut waren und teilweise extremistische Lehren verbreiteten.

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