UNESCO

Irina Bokowa erste Frau an der Spitze der UNESCO

Irina Bokowa und ihr Vorgänger Koichiro Matsuura nach der Wahl

Irina Bokowa und ihr Vorgänger Koichiro Matsuura nach der Wahl

Die bulgarische Diplomatin Irina Bokowa wird die erste Frau an der Spitze der UNESCO. Vertreter aus den 193 Mitgliedstaaten der UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation wählten die 57-Jährige in Paris zur Generaldirektorin.

Die Amtszeit ihres Vorgängers, des Japaners Koichiro Matsuura, endet Mitte November nach zehn Jahren. Eine Wiederwahl war nicht mehr möglich.

Bokowa bekam in der geheimen Abstimmung 166 Stimmen. 182 Staaten waren wahlberechtigt. Sie freue sich, dass ihr "Ruf nach Humanismus" Gehör gefunden habe, sagte Bokowa nach der Wahl. Sie wolle die UNESCO mit all ihren Mitarbeitern in eine neue Ära führen.

Mit dem Votum bestätigten die Vertreter der Mitgliedstaaten die Vorentscheidung des UNESCO-Exekutivrats. Bokowa hatte sich dort im September in einer geheimen Stichwahl gegen den ägyptischen Kulturminister Faruk Husni und sieben weitere Kandidaten durchgesetzt.

Dem lange als Favorit gehandelten Husni waren israelfeindliche Äusserungen vorgeworfen worden. Menschenrechtsorganisationen, Intellektuelle und Politiker hatten dazu aufgerufen, den 71-jährigen Ägypter nicht zu wählen. Die Vorwürfe hatten einen wochenlangen diplomatischen Machtkampf ausgelöst.

Zuletzt hatte Libyen gedroht, die Zusammenarbeit mit der UNESCO einzustellen, sollte Bokowa neue Generaldirektorin werden. Man sei nicht gewillt, in einer Organisation Mitglied zu sein, die von einer Person aus Bulgarien geführt werde, hiess es von der Delegation.

Als Grund nannte das nordafrikanische Land die Begnadigung von fünf Krankenschwestern und einem Arzt durch den bulgarischen Präsidenten im Jahr 2007. Diese waren in Libyen zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil sie angeblich in einem Spital hunderte Kinder absichtlich mit dem HI-Virus angesteckt hatten.

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