Im Gefängnis sei er mit Elektroschocks und Schlägen gefoltert worden, berichtete Al-Saidi. Ausserdem sei am Tag seiner Festnahme im Dezember sein Kopf mit Wasser übergossen worden, um das Ertrinken zu simulieren. Anschliessend sei er die ganze Nacht in der Kälte festgehalten worden.

Der Journalist hatte bei einem Bush-Besuch im Dezember auf einer Medienkonferenz in Bagdad seine Schuhe in Richtung des damaligen US-Präsidenten geworfen und dabei gerufen: "Dies ist dein Abschiedskuss, du Hund!" Bush duckte sich weg und wurde nicht getroffen. In der arabischen Welt wurde Al-Saidis Aktion bejubelt.

Indem er seine Schuhe in die "kriminelle Visage" des damaligen US-Präsidenten geschleudert habe, wollte er seinen Abscheu gegenüber dessen "Lügen" und der "Besatzung" des Irak deutlich machen. Künftig wolle er sich sozial engagieren und für Witwen und Waisen einsetzen, sagte der 30-jährige Fernsehjournalist.

Al-Saidi war ursprünglich zu drei Jahren Haft verurteilt worden, ein Berufungsgericht verkürzte aber die Strafe wegen guter Führung. Nach seiner Entlassung dürfte er wie ein Held gefeiert werden.

Seine Unterstützer hatten schon am frühen Morgen ein Festzelt aufgebaut, um den Schuhwerfer zu feiern. Sie schlachteten zu seinen Ehren mehrere Schafe und liessen irakische Volksmusik spielen.

Der Emir von Katar wollte ihm laut Saidis Bruder Durgham ein Pferd aus Gold schenken, der libysche Revolutionsführer Muammar Gaddafi wolle ihm einen Orden verleihen, andere hätten Sportwagen versprochen. Zudem erhielt er zahlreiche Heiratsangebote.