Die CVP Luzern verschickte ihre Umfrage am 1. September an 2500 Adressen - zwei Tage bevor die SVP-Bundeshausfraktion Jean-François Rime nominierte. Parteisekretär Adrian Bühler bestätigte einen Bericht der Zeitungen "Tages-Anzeiger" und "Der Bund" vom Samstag.

Verzicht auf eigene Kandidatur unterstützt

488 Personen füllten den Fragebogen aus, wie der Internetseite der Luzerner CVP zu entnehmen ist. Rund 84 Prozent von ihnen fanden, dass die CVP-Fraktion der SVP derzeit nicht zu einem zweiten Mandat im Bundesrat verhelfen sollte. 12 Prozent befürworteten dies. 4 Prozent mochten sich nicht festlegen.

Rund 91 Prozent befürworteten den Verzicht der CVP auf eine Kandidatur. 7 Prozent hätten eine eigene Kandidatur begrüsst. 2 Prozent gaben keine Antwort. Damit liegt die Luzerner Basis auf der offiziellen Linie der CVP - und stellt der Annahme in Frage, dass Rimes Kandidatur in der Zentralschweiz starke Unterstützung findet.

Einige CVP-Vertreter möchten zwar den SVP-Sprengkandidaten Jean-François Rime auf den Schild heben. Offizielle Begründung: Die SVP habe als wählerstärkste Partei Anrecht auf zwei Sitze. Doch es geht auch um das erklärte Ziel der CVP, 2011 den zweiten Sitz zurückzuholen und sich dafür die Hilfe der SVP zu sichern.

Noch keine Wahlempfehlung

Der offiziellen Linie entspricht diese Haltung nicht: Parteipräsident Christophe Darbellay und Fraktionschef Urs Schwaller stellten beide klar, dass sie die Kandidaten von SP und FDP wählen werden. Die CVP-Fraktion hat sich noch nicht auf eine Wahlempfehlung festgelegt.

Wie viele CVP-Mitglieder Rime unterstützen, gab die Fraktion nach der Anhörung des SVP-Kandidaten nicht bekannt. Die Kandidatinnen der SP und die beiden FDP-Kandidaten werden von der CVP erst kommende Woche angehört. Polit-Beobachter sind sich einig, dass das Rennen unter den offiziellen Kandidaten ausgemacht wird.